Göttinger Zeitzeugenprojekt

c/o Freie Altenarbeit Göttingen e.V., Am Goldgraben 14, 37075 Göttingen
Tel.: 0551-43606, freiealtenarbeitgoettingen@t-online.de

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Veranstaltungen zum Thema „Weltweit“

ErzählcaféDatumUhrzeitThema / TitelErzählerInVeranstaltungsortErgänzende Informationen und Materialien
EC Am Goldgraben05.12.201215:30Kaufen im Dezember Was kaufen wir? Was brauchen wir? Was werfen wir weg?Am Goldgraben 14, GöttingenDer Dezember ist in vielen Branchen der umsatzstärkste Monat im Jahr. Unser Wirtschaftssystem ist auf wachsenden Konsum ausgerichtet. In den wohlhabenden Erdteilen hat sich eine Überflussgesellschaft entwickelt, die z.B. von dem Film „Taste the waste“ skandalisiert wird. Zunehmend regt sich auch in der Bevölkerung Kritik. In Deutschland werden jährlich 15 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen, das entspricht 20 Milliarden Euro. „Mülltaucher“ machen auf diesen Missstand aufmerksam. Bewussteres Konsumieren, Tauschringe, Zeittauschbörsen und andere Lebensentwürfe versuchen den konstruktiven Wandel. Zusammen mit Vertreter/innen dieser Alternativen und anhand unserer Erfahrungen wollen wir diesem Wandel ein Gesicht geben.
Café Grenzenlos01.02.201215:30Mahnwache war mir nicht genugUte Caspers, Jg. 1942Am Goldgraben 14, GöttingenUte Caspers erlebt sich dezidiert als Kriegskind und als Pazifistin. Das Säbelrasseln 1990 vor dem Golfkrieg hat sie zu aktiver Friedensarbeit aufgerüttelt. Nach einem Friedens- und Konfliktstudium in Irland und England hat sie an verschiedenen kirchlichen Friedensdiensten in Südafrika, Ruanda/Burundi, Sierra Leone und Palästina teilgenommen und war auch in der Ausbildung anderer Friedensarbeiter involviert. Am intensivsten ist sie mit dem internationalen \\"Projekt Alternativen zur Gewalt\\" verbunden, für das sie auch hier in Göttingen Kurse gegeben hat.
EC Am Goldgraben15.09.201119:00Gemeinsam schaffen wir alles - Frauenleben im Süden Tansanias Leben mit HIV/AidsGöttingerin Claudia Zeising, Pfarrerin Melania Mrema KyandoAm Goldgraben 14, Göttingen\"Pamoja Tunaweza\" bedeutet frei übersetzt: \"gemeinsam können wir alles schaffen\" und ist zum Schlagwort der Frauengruppen im Süden Tansanias geworden. Wege aus der Armut finden, sich im Kampf gegen HIV/Aids engagieren, sich gegenseitig Mut machen und sich vernetzen – dies beschreibt die Frauenarbeit der Moravian Church (Herrnhuter Brüdergemeine) im Süden Tansanias. Das Leben in der ländlich geprägten Südprovinz ist sehr traditionell. Die meisten Menschen sind selbstversorgend und haben kein zusätzliches regelmässiges Einkommen. Die Frauen sind von früh bis spät auf den Beinen, um ihre Familie zu ernähren. Bereits in jungen Jahren müssen Mädchen auf dem Feld und im Haushalt helfen und hier vor allem ihre jüngeren Geschwister hüten. Frauenarbeit ist daher immer auch Mädchenarbeit und hat viele Facetten. So versucht die Frauenabteilung nicht nur verschieden Generationen von Frauen zusammenzubringen, sondern auch die Frauen zu ermutigen Freud und Leid miteinander zu teilen. Gemeinsamkeit macht stark.
EC Am Goldgraben07.09.201115:30„Jede Oma zählt!“ Großmütter in Afrika übernehmen VerantwortungModeratorin Regina Meyer betrachtet mit den ZuhörerInnen Bilder der Ausstellung \"Stille Heldinnen\"Am Goldgraben 14, GöttingenDie Ausstellung „Stille Heldinnen - Afrikas Großmütter im Kampf gegen HIV/Aids“ ist vom 23. August bis 20. September im Foyer des Neuen Rathauses Göttingen zu sehen. „HelpAge Deutschland“ zeigt mit dieser Ausstellung, dass Altern weltweit viele Facetten haben kann und oft Armut und Not bedeutet. Deshalb unterstützt HelpAge Projekte in Afrika, die Großeltern hilft, ihre an Aids sterbenden Kinder und die Enkelkinder zu versorgen. Mehr als die Hälfte der 12 Millionen Aids-Waisen in Afrika wachsen bei ihren Großeltern, meist den Großmüttern, auf. Schirmherrin der Kampagne „Jede Oma zählt!“ ist die Schauspielerin Hannelore Hoger. Im Erzählcafé Am Goldgraben möchten wir den Blick über den eigenen Tellerrand richten und uns einige der in der Ausstellung portraitierten Großmütter genauer anschauen: Was berichten sie über ihren Alltag? Wie bewältigen sie diese Herkulesaufgabe überhaupt? Welche Unterstützung gibt HelpAge? Wie können wir helfen?
EC Am Goldgraben01.06.201115:30Forellenzüchter mit MigrationshintergrundMark Kutah aus Ghana, Jg. 1969Am Goldgraben 14, GöttingenBei diesem Erzählcafé reisen wir mit dem Erzähler in sein kleines Dorf nach Ghana. Als Dreijähriger war er von seiner Familie zum Großvater gebracht worden, einen verehrten Medizinmann, der ihn lehrte mit Ehrfurcht die Kräfte der Natur für den Menschen nutzbar zu machen. Er schlief in einer eigenen Hütte und musste Mutproben bestehen, denn er sollte König in seinem Stamm werden. Am Ende wurde er jedoch Journalist und setzte sich für die Beseitigung von Missständen in seinem Land ein. Als er vor 14 Jahren in Deutschland ankam, sah er mit Verwunderung, dass hier statt singender Menschen Maschinen die Straßen kehrten. Alles war so sauber. Die unbändige, von ihm verehrte Natur konnte er nun in kleinen Plastikpäckchen abgepackt im Supermarkt kaufen. Marc Kutah ist nicht in sein Land zurückgekehrt, sondern hat sich seinen Zugang zur Heilkraft der Natur bewahrt. Was er von seinem Großvater gelernt hat, gibt er heute unter anderem an seinem Arbeitsplatz im Bio-Laden in der Burgstraße weiter. Und an die Forellen, die er in mehreren Teichen züchtet und später im Laden verkauft.
EC Am Goldgraben03.05.200615:30Europa erzählend begegnen - Biographieprojekte in Tschechien, Bosnien und ItalienMit Projektpräsentationen bzw. ErzählerInnen aus Tschechien / Prag (Gedächtnis der Frauen): Dr. Alena Wagnerová; Ex-Jugoslawien (Erzählcafé in Bosnien): Bosiljka Schedlich; Italien / Anghiari (Città dell autobiografia): FilmAm Goldgraben 14, 37073 GöttingenIn vielen europäischen Ländern existieren Erzähl- und Biographieprojekte mit z.T. langer Tradition. Die Erfahrungen des Göttinger Erzählcafés werden auch in anderen europäischen Ländern geteilt: Erzählorte schaffen Verbindung und Begegnung. Alena Wagnerová zeigt dies am Beispiel des tschechischen Biographie-Projektes „Gedächtnis der Frauen – ein lernendes Projekt“, das mit Interviews die Geschichte der Frauen im Sozialismus dokumentiert und für die nachfolgenden Generationen zugänglich gemacht wird. Für das Zusammenwachsen Europas sind die Begegnungen und Gespräche mehr als nötig: sie dienen dem Abbau von ideologisch bedingten Vorurteilen. Die Landkarte wird mit weiteren europäischen Erzählprojekten vervollständigt. Der Kerngedanke des Nachmittages „Erzählen verbindet Europäer“ soll mit Ihren Erfahrungen bereichert werden.
EC Am Goldgraben06.04.200515:30Politik mit dem Einkaufskorb - Wie der Südafrika-Boykott eine Biographie beeinflusst hatGisela Helbig, Jg. 1937Am Goldgraben 14, 37073 GöttingenGisela Helbig, Jg. 1937, Pfarrfrau, wurde durch ihre Mitarbeit in der „Evangelischen Frauenarbeit in Deutschland“ sensibilisiert für das Unrechtssystem der Apartheid in Südafrika. In den 1980er Jahren engagierte sie sich im Konsumboykott südafrikanischer Waren (z.B. Orangen, Banken, Krüger-Rand). Zahlreiche persönliche Kontakte zu AfrikanerInnen veränderten ihr Afrika-Bild. Die Befreiung von Nelson Mandela erlebte sie in Tansania. Auch heute ist sie in einer Gruppe zum Thema „Frauen und Weltwirtschaft“ politisch aktiv. Neben diesem Beispiel einer – relativ späten – politischen Emanzipation wollen wir uns gerne auch über andere Wege der politischen Sozialisation austauschen.
EC Am Goldgraben02.02.200515:30Deutsche auf der Suche nach dem Paradies? Altern auf MallorcaKarin Kuckuk, Jg. 1942Am Goldgraben 14, 37073 GöttingenIn der Hoffnung auf ein angenehmes, wetterunabhängiges Leben zieht es vornehmlich ältere Deutsche in der Nachberufsphase auf die Balearen-Insel Mallorca. Manche verkaufen alles und verbringen die verbleibenden Lebensjahre dort. Andere gehen für einige Wochen oder Monate im Jahr auf die Insel. Die Hoffnungen auf ein sonniges „Altern unter Palmen“ werden nicht selten durch Alltagsprobleme enttäuscht. Viele Urlauber bzw. Einwanderer betrachten Mallorca nicht als Ausland – und sehen deshalb keinerlei Integrationserfordernisse. Kenntnisse der Landessprache und –kultur sowie der Geschichte Mallorcas und Spaniens wären aber Voraussetzungen für Kommunikation und Verständnis der mallorquinischen Eigenheiten – und könnten die Isolation vieler Deutscher vermeiden helfen. Zusammen mit Karin Kuckuk, Jg. 1942, die seit zehn Jahren zwischen Göttingen und Mallorca pendelt, möchten wir folgenden Themen nachgehen: Mallorca: punktuelles Ferienziel und ganzjähriger Aufenthaltsort deutscher Residenten; Falsche Hoffnungen: Anstatt Auswanderungsparadies Leben in der Fremde; Geteilte Insel: Mehr-Klassen-Gesellschaft bei den ImmigrantInnen; Zukunftschance: Integration und soziale Netze durch Hilfsorganisationen
EC Am Goldgraben05.05.200415:30EUROPA ANTE PORTAS: Europa aus der Perspektive verschiedener GenerationenMonika Wolff, Europäisches Informationszentrum (EIZ), Hannover Nora Kirde, Göttingerin mit Kontakten zu Estland, Studierende aus den neuen BeitrittsländernAm Goldgraben 14, 37073 GöttingenMit Hilfe des „biographischen Blickes“ möchten wir mit Vertretern verschiedener Generationen folgenden Fragen nachgehen: Europa 2004: Was wir wissen sollten - Wo begegnet uns „Europa“ im Alltag? Wie haben sich nationale Vorbehalte und Vorurteile verändert? Welche Rolle spielt für uns der europäische Arbeits- und Ausbildungsmarkt?
EC Am Goldgraben05.11.200315:30Afghanistan nach dem Krieg: Zur Situation von Frauen in KabulRahima Valena, Konsekutivdolmetscherin und Teilnehmerin einer Delegation des Auswärtigen AmtesAm Goldgraben 14, 37073 GöttingenAfghanistan nach dem Krieg: Hat sich die Lage der Frauen verbessert? Unmittelbar nach der Machtübernahme durch die Taliban im September 1996 hat sich die politische, soziale und ökonomische Situation der Frauen in Afghanistan, dramatisch verschlechtert. Ihre Rechte wurden unter den Augen der Weltöffentlichkeit mit Füssen getreten. Zum Aufschrei gegen diese frauenverachtenden Gesetze und alltäglichen Repressionen kam es erst nach dem 11. 9. 2001, als die Rechtlosigkeit der Frauen unter anderem zur Legitimation für einen Angriffskrieg gegen Afghanistan benutzt wurden. Die Stärkung der Rechte von Frauen durch die Beseitigung diskriminierender Tradition war das Ziel der Internationalen Gemeinschaft. Hierfür wurde das Frauenministerium in Afghanistan neu eingerichtet. Welche Funktion hat das Frauenministerium? und wie leben Frauen heute unter sogenannten verbesserten Rechte? Wie steht es mit gleichberechtigter und angemessener Teilhabe von Frauen an einem demokratischen Aufbau Afghanistan? Rahima Valena reiste im Januar 2003 mit einer Delegation des Auswärtigen Amtes nach Kabul und nahm als Dolmetscherin an einem Workshop zu „Frauenrechte und Gender Mainstreaming“ teil.
EC Am Goldgraben03.04.200215:30Zwei Konfessionen – eine Partnerschaft Leben in bi-konfessionellen oder bi-nationalen PartnerschaftenRenate Kruse-Ayegh und Susanne Mabrouk, Verband bi-natioanler Familien und Partnerschaften, iaf e.V., und Margarete Menz, Pädagogisches Seminar der Uni GöttingenAm Goldgraben 14, 37073 Göttingen„Kampf der Kulturen“ oder „Kampf der Religionen“ sind Thesen, die in den Medien immer wieder strapaziert werden. Wir nähern uns dem komplexen Thema, indem wir Menschen fragen, die täglich damit zu tun haben, weil sie in binationalen Beziehungen leben. Uns interessiert der konkrete Alltag. Welche Chancen bieten sich und welche Probleme gilt es zu meistern? In den Mitgliedsstaaten der EU sind seit 1945 ca. 5 Millionen binationale Ehen geschlossen worden. In Deutschland haben 1990 rund 40.000 Deutsche einen nicht-deutschen Ehepartner gewählt. Binationale Ehen und Partnerschaften stehen unter besonderen gesellschaftlichen Bedingungen. Deshalb hat sich 1972 eine „Interessengemeinschaft der mit Ausländern verheirateten Frauen“ (iaf e.v.) gegründet. Die Initiative ist zu einem bundesweiten „Verband bi-natioanler Familien und Partnerschaften“ geworden, offen für alle vom Thema betroffenen Frauen und Männer und in 50 Regionalgruppen organisiert. Aus der Göttinger Regionalgruppe konnten wir Renate Kruse-Ayegh (Jg. 1957) und Susanne Mabrouk (Jg. 1973) gewinnen, die über ihre persönlichen Erfahrungen berichten werden. • Wie sind sie zu dem Verband binationaler Partnerschaften und Ehen gekommen? • Wie hat das Umfeld auf ihre Verbindung reagiert? • Wie sieht ein binationaler Beziehungs- und Familienalltag aus? • Welche Rolle spielen Religion und Rituale? Ergänzt werden die biographischen Erzählungen durch einen Überblick von Margarete Menz zu „Schlaglichter zur Geschichte binationaler Paare“.
EC Am Goldgraben06.03.200215:30In eine un-verschleierte Zukunft: Afghanische Frauen im UmbruchRahima Valena, Mitarbeiterin der Uni-Bibliothek und engagiert in verschiedenen Migrations- und Frauenprojekten; Karen Nölle-Fischer, Autorin und ÜbersetzerinAm Goldgraben 14, 37073 GöttingenSeit über 20 Jahren herrscht Bürgerkrieg und Krieg in Afghanistan. Afghanistan gehörte und gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Geringe Lebenserwartung, hohe Kinder- und Müttersterblichkeit, eine Analphabetenrate von über 90%. Der Status der Frauen verschlechterte sich Anfang der 90er Jahre nach der Machtübernahme durch die Mujahedin, die einen Verhaltenskodex (Fatwah) für Frauen einführten. Alphaberisierung wurde darin als Quelle der Verführung und Verworfenheit bezeichnet. Nachdem die radikal-islamische Taliban 1996 Kabul erobert hatten und die Regierung übernahmen, wurde die vollständige Unterdrückung der Frauen zum politischen Programm: u.a. Ausgehverbot, Arbeitsverbot, Bildungsverbot und das Verbot zur medizinischen Behandlung, Sport- und Erholungsverbot und der Zwang zum Ganzkörperschleier (Burka)- all das schloß Frauen aus dem öffentlichen Leben gänzlich aus. Verstöße wurden mit öffentlichen Auspeitschungen, Steinigungen und Hinrichtungen bestraft. Zwar wurden die Menschenrechtsverletzungen damals international verurteilt, aber dabei blieb es auch. Die Hilferufe afghanischer Frauen wurden ignoriert. Erst jetzt, nach dem 11.September 2001, der Bombardierung des Landes und der Verfolgung der Taliban, steht das Land im Mittelpunkt der Weltöffentlichkeit – und jetzt wird auch von der tragenden Rolle der Frauen bei der Demokratisierung des Landes gesprochen. Rahima Valena, Mitarbeiterin der Uni-Bibliothek und engagiert in verschiedenen Migrations- und Frauenprojekten, u.a. den Unabhängigen Afghanischen Frauen. Sie stammt aus Afghanistan und lebt seit 1971 zuerst in den USA und später in Deutschland. Karen Nölle-Fischer, Autorin und Übersetzerin, berichtet mit Dia-Bildern von dem „Verein zur Unterstützung von Schulen für afghanische Flüchtlingskinder e.V.“, der seit ca. 30 Jahren Projekte im Land durchführt.