Göttinger Zeitzeugenprojekt

c/o Freie Altenarbeit Göttingen e.V., Am Goldgraben 14, 37075 Göttingen
Tel.: 0551-43606, freiealtenarbeitgoettingen@t-online.de

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Veranstaltungen zum Thema „Familiengeschichte“

ErzählcaféDatumUhrzeitThema / TitelErzählerInVeranstaltungsortErgänzende Informationen und Materialien
EC Am Goldgraben06.04.201115:30„Die Geschichte der Anderen“ Begegnung mit der NS-Vergangenheit in einer EinwanderungsgesellschaftMarianne Piet, Jg. 1958Am Goldgraben 14, GöttingenSeit letztem Jahr trifft sich im Goldgraben eine Gruppe von Göttingern, die ihre sehr verschiedenen Einwanderungsbiographien aus u.a. Polen, Frankreich, Griechenland, Afghanistan und USA austauschen. Bei allen spielt der Nationalsozialismus eine Rolle. Die Französin Marianne Piet kam in den 1990er Jahren nach Göttingen – der Liebe wegen. Das Leben im „Land der Täter“ war bislang noch kein bewusstes Thema, obwohl ihre Eltern während des Zweiten Weltkrieges in der „Französischen Résistance“ waren und von den Nazis interniert wurden, ihre Mutter in Ravensbrück und ihr Vater in Dachau. Was waren die ersten Eindrücke von Deutschland, welche \"Vorurteile\" wurden bestätigt bzw. revidiert? Was hat ihr besonders gefallen, besonders geholfen, um in Göttingen \"anzukommen\"? Und wie geht sie heute mit der eigenen und der deutschen Vergangenheit um?
EC Am Goldgraben02.03.201115:30„Das Unpolitische politisch“Sigrid Kluth, Jg. 1937Am Goldgraben 14, GöttingenSigrid Kluth, Jg. 1937, erzählt anhand ihres Buches „Meiner Väter Zeit“ , die Geschichte ihrer Familie 1910-1949. Den reichen Nachlass ihrer Eltern hat sie in einer kritischen, dokumentarischen Familiengeschichte für den so folgenschweren Zeitraum verarbeitet. Auch ihre sozial engagierten, liebevollen Eltern und Großeltern, die in Hann. Münden lebten, waren in naiver Gläubigkeit den nationalistischen Phrasen der NS-Propaganda verfallen. Die Autorin spürte anhand von Briefen und Tagebüchern möglichen Ursachen nach. Der Vater und der jüngste Bruder ihrer Mutter, von denen viele Feldpostbriefe vorliegen, fallen in Russland. Ein Freund, der im Widerstand war, wird zum zweiten Vater...
EC Am Goldgraben06.01.201015:30Zivilcourage im Nazi-DeutschlandKlaus Reichmuth (Jg. 1924), ehem. Pastor von St. Johannis GöttingenAm Goldgraben 14, GöttingenKurz vor seinem Abitur in Stettin im Januar 1942, bekleidet in seinem Mantel der Hitler-Jugend, wurde Klaus Reichmuth von der Gestapo ins KZ Sachsenhausen gebracht. Sein „Verbrechen“: im Biologie-Unterricht eine Abschrift der Predigt des Bischofs von Galen aus Münster vorgelesen zu haben. Er hat so Widerstand gegen die Euthanasie alter und behinderter Menschen geleistet. Klaus Reichmuth, Jg. 1924, von 1967 bis 1989 Pastor von St. Johannis, Göttingen, wird uns berichten, wie er im KZ überleben konnte und wie dies seinen weiteren Lebensweg geprägt hat. Die Christliche Opposition seiner Eltern in Nazi-Deutschland spielt darin eine große Rolle.
EC Am Goldgraben11.01.200615:30Was hat der Nationalsozialismus mit mir zu tun? Erinnern in der zweiten und dritten Generation nach dem HolocaustMit einer Erzählerin Jg. 1936 und einem jüngeren ErzählerAm Goldgraben 14, 37073 GöttingenDie Nachwirkungen von Nationalsozialismus und Holocaust sind auch im 21. Jahrhundert spürbar – bei zunehmender zeitlicher Distanz. Von den Zeitzeugen, der Erlebnisgeneration, wird in absehbarer Zeit niemand mehr leben. Für die Nachkommen wird die Vergangenheit zur fernen Geschichte: History, not memory. Damit ändern sich die Formen des Erinnnerns und die Bedeutung der Erinnerungen. In diesem Erzählcafé wollen wir VertreterInnen der zweiten und dritten Generation zu Wort kommen lassen: • Wie und warum erinnert die Töchter- und Enkelgeneration? • Wie geht sie persönlich mit der Familiengeschichte um? • Wie werden die Familien-Erinnerungen mit der Geschichtsschreibung verbunden? • Wie soll die Erinnerungskultur der Zukunft aussehen?
EC Am Goldgraben02.11.200515:30Wer ist Familie? Familie im Wandel der ZeitProf. Heidi Rosenbaum, Institut für Kulturanthropologie / Europäische Ethnologie der Universität GöttingenAm Goldgraben 14, 37073 GöttingenDie „Keimzelle der Gesellschaft“ war immer schon ein Schauplatz politischer Kontroversen und ein Spiegel gesellschaftlicher Veränderungen. Familie wird nach wie vor mehrheitlich mit der „Vater-Mutter-Kind-Familie“ gleichgesetzt – dabei werden viele andere Formen ausgeblendet: Ein-Eltern-Familie, Patchwork-Familie, Großfamilie, Wahlfamilie ... „Die“ Familie gibt es also nicht. Mit den Erfahrungen der Erzählcafé-BesucherInnen und mit Unterstützung von Prof. Heidi Rosenbaum wollen wir folgenden Fragen nachgehen: Welche Familienformen haben Sie kennen gelernt und leben Sie heute? Ist Familie dort, wo Kinder sind? Wie haben sich die Familienformen nach 1945 verändert? Was kann Familie leisten, was nicht?
EC Am Goldgraben05.01.200515:30„Mein Großvater war Nazi“ Wie wird die NS-Familiengeschichte zwischen den Generationen tradiert?Erzählerin der Enkelgeneration (Jg. 1961)Am Goldgraben 14, 37073 GöttingenIn diesem Erzählcafé geht es um Täterschaft und Mitläufertum von Eltern und Großeltern im Nationalsozialismus. Eine Erzählerin der Enkelgeneration (Jg. 1961) berichtet über ihre Familiengeschichte. • Wie und was haben Eltern und Großeltern über Nationalsozialismus und Holocaust erzählt? • Wie haben sich die Nachkommen mit dem Nationalsozialismus in ihren Familiengeschichten auseinandergesetzt? • Wie blickt heutige junge Generationen vor dem Hintergrund unterschiedlicher Verarbeitungsstrategien in Ost- und Westdeutschland auf ihre Eltern und Großeltern? Die biographisch-reflektierten Erzählungen der vorbereiteten ErzählerInnen und des Publikums werden im Zentrum der Veranstaltung stehen. Ergebnisse der Mehrgenerationenforschung zur Tradierung von NS-Familiengeschichten werden einbezogen.
EC Am Goldgraben01.12.200415:30Willkommen im Leben – Gespräch zwischen den Generationen zum Thema Geburt und ElternschaftHebamme Barbara Müller-Römheld-Fütterer und Christiane Jendral, Mutter von drei KindernAm Goldgraben 14, 37073 GöttingenWährend der Geburt eines Kindes findet eine Verwandlung statt, die nicht nur das Neugeborene selbst erlebt, sondern auch dessen Mutter und Vater und – sofern vorhanden – seine Geschwister. Lebenslange Beziehungen finden hier ihren Anfang. Soziale Rollen werden geschaffen beziehungsweise neu verteilt. Lebensvorstellungen verändern sich. Hinzu kommt dieser neue Mensch, der erst einmal kennen gelernt werden will. Wie haben Sie die Geburt Ihrer Kinder erlebt beziehungsweise was wissen Sie über Ihre eigene Geburt ? Wie haben Sie sich als junge Mutter gefühlt, wie Sie sich als Vater ? Wie wirkt sich die gesellschaftliche Situation auf das Geschehen der Geburt sowie die Wahrnehmung von Geburt und Elternschaft aus? Über diese und andere Fragen wollen wir im Erzählcafe mit der seit fast 20 Jahren praktizierenden Hebamme Barbara Müller-Römheld-Fütterer und mit Christiane Jendral, Mutter von drei Kindern, reden. Am Schluss der Veranstaltung wird die Frage stehen, welchen Einfluss eine von den Eltern selbstbestimmte Geburt für das Leben in unserer Gesellschaft haben kann. Kinder können gerne mitgebracht werden! Eine Kinderbetreuung ist vorhanden.
EC Am Goldgraben07.04.200415:30GrenzerfahrungenDr. Cordula Tollmien, Jg. 1951, HistorikerinAm Goldgraben 14, 37073 GöttingenDr. Cordula Tollmien liest aus Göttinger Briefen der Nachkriegszeit Zum Gedenken an ihre Mutter Sigrid Tollmien, geb. Kosch (7.4.1924 – 10.1.1993) „Grenzen gab es viele in der Nachkriegszeit: neue und alte, innere und äußere, geographische und zeitliche, materielle und geistige. Am 8. Dezember 1945 kam meine Mutter aus Dresden über die Zonengrenze nach Göttingen, am 9.12. schilderte sie in einem Brief an ihre Mutter in Dresden ihren abenteuerlichen Grenzgang. Diesem ersten Brief folgten bis 1968, dem Todesjahr meiner Großmutter, über 1000 weitere; insgesamt gingen fast 2500 Briefe zwischen Göttingen und Dresden hin und her. Zum Gedenken an meine Mutter, die am 7. April 2004 80 Jahre alt geworden wäre, möchte ich aus diesen (ersten) Briefen lesen und mich mit Ihnen gemeinsam über Ihre persönlichen (Nachkriegs-)Grenzerfahrungen austauschen.“