Göttinger Zeitzeugenprojekt

c/o Freie Altenarbeit Göttingen e.V., Am Goldgraben 14, 37075 Göttingen
Tel.: 0551-43606, freiealtenarbeitgoettingen@t-online.de

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Veranstaltungen zum Thema „Biografie“

ErzählcaféDatumUhrzeitThema / TitelErzählerInVeranstaltungsortErgänzende Informationen und Materialien
EC Am Goldgraben07.10.201515:30 UhrRainer Müller Bürgerrechtler, Leipzig 1989Rainer MüllerAm Goldgraben 14, 37073 GöttingenDer Bürgerrechtler und Historiker Rainer Müller (Jg. 1966) zählt zu den Initiatoren der Oppositionsbewegung rund um die friedliche Revolution in Leipzig 1989. Er setzt sich ein für: „Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung“. Er ist in verschiedenen Gruppen tätig, schreibt Flugblätter, gestaltet Plakate und entwirft Visionen für ein gerechteres Leben. In einem Interview sagt er: „Wir wollten, dass dieses Land nicht kaputt geht.“ In diesem Erzählcafé wollen wir mit Rainer Müller über sein Leben ins Gespräch kommen und über friedliche Formen von Zivilcourage. Wie ist er aufgewachsen? Was hat er als Jugendlicher in der DDR erlebt, was hat ihn geprägt?
EC Am Goldgraben01.07.201515:30MEIN SOMMER IN NORWEGEN - Das erste Mal im AuslandDr. Susanne Schlink (Jg. 1960)Am Goldgraben 14, GöttingenOb Interrail-Ticket, Schüleraustausch oder Auslandspraktikum. Viele von uns durften oder mussten eine Zeit lang ganz woanders sein - in der Fremde und doch irgendwie schon bald zuhause in einer anderen Welt. Dr. Susanne Schlink (Jg. 1960) berichtet von ihrem Sommer in Norwegen - mit Heuernte, Walderdbeeren und Blaubeermarmelade. Für sie wird ihr landwirtschaftliches Praktikum, das sie 1980 auf einem Demeterhof in Norwegen absolvierte, nicht nur eine Durchgangsstation auf ihrem Weg nach Göttingen ins Studium, sondern zum prägenden Erlebnis. Umrahmt von norwegischen Liedern, Gedichten und Geschichten wollen wir uns über unsere \"ersten Auslandsaufenthalte\" austauschen.
EC Am Goldgraben08.02.201517:00UNSERE DÖRFER VERÄNDERN IHR GESICHT - Bauerntöchter erzählenCarolin Hoffrogge-Lee, Dr. Heidi BouwsBergmanns Bauernstube Atzenhäuser Starße 3, 37127 BarlissenZwei Bauerntöchter werden mit ihren Erzählungen den Wandel in den Dörfern illustrieren. Dr. Heidi Bouws hat als Agrarwissenschaftlerin den Hof ihrer Eltern übernommen und betreibt dort heute einen ökologischen Betrieb mit Natur- und Landschaftspflege. Carolin Hoffrogge-Lee ist auf einem großen Hof im Oldenburger Land aufgewachsen und hat ihn zum Studium der Sozialwissenschaften verlassen. Als Journalistin beleuchtet sie das Dorfleben oder nachhaltige Landwirtschaft immer wieder kritisch. Bei Kaffee und Kuchen möchten wir über den Wandel in den Dörfern miteinander ins Gespräch kommen.
EC Am Goldgraben12.11.201417:00ICH HATTE EINEN SCHIEßBEFEHLAutor Paul Küch, Jg. 1963Am Goldgraben 14, 37077 GöttingenGezählte Tage im Eichsfeld - Der Autor Paul Küch, Jg. 1963, schildert den Alltag eines DDR-Grenzers aus seinem persönlichen Erleben: Sein einjähriger NVA-Grenzdienst wurde von ihm nach der Grundausbildung im Eichsfeld abgeleistet. Zwischen den Buchdeckeln von „Ich hatte einen Schießbefehl“ liegen 22 Lebensjahre. Paul Küch schildert persönliche Schwächen aus Kindheit und Schulzeit, erläutert, wie er als 20-jähriger Wehrpflichtiger mit dem Schießbefehl leben musste und bleibt in der Einschätzung dessen, was das System von ihm abverlangte, authentisch und konkret. Der Autor liest selbst Auszüge aus diesem Zeitzeugenbericht besonderer Art und steht im Anschluss zum Gespräch zur Verfügung.
EC Am Goldgraben05.11.201415:30ALS BAUSOLDAT IN PRORADr. Stefan Wolter, Historiker und AutorAm Goldgraben 14, 37077 GöttingenZwangsarbeit in der DDR!? Stefan Wolter, Jg. 1967, hat sich 1986 bei der Musterung der NVA aus Glaubens- und Gewissensgründen entschieden Bausoldat zu werden. Seit 1964 war es in der DDR möglich, diesen Dienst ohne Waffe innerhalb der NVA zu wählen. Nur wenige Männer entschieden sich für diesen von Schikanen und harter, oft auch gefährlicher Arbeit geprägten Weg, gesellschaftliche Ächtung und berufliche Nachteile in Kauf nehmend. Im Erzählcafé wollen wir mit Dr. Stefan Wolter, Historiker und Autor, über seine Zeit als Bausoldat, aber auch über diese längst nicht aufgearbeitete bzw. gern verschleierte DDR-Geschichte ins Gespräch kommen. Einige seiner Bücher zu dieser Thematik werden vorgestellt.
EC Am Goldgraben03.09.201415:30ES WAR EINE WELT FÜR SICH - Leben im und Abschied aus dem RiesengebirgeHanna Schröter, Jg. 1924Am Goldgraben 14, 37077 GöttingenMit ihren 90 Jahren kann sich Hanna Schröter, Jg. 1924, sehr gut an Kindheit, Jugend und Erwachsensein im damaligen Bad Warmbrunn, Niederschlesien, erinnern. Allmählich drang die Naziideologie in den idyllischen, seit dem Mittelalter beliebten Kurort. Der Krieg spielte sich lange weit weg ab und die als sicher geltende Gebirgsregion war für viele Deutsche „der Luftschutzkeller Deutschlands“. Nach Kriegsende wurde aus Bad Warmbrunn das polnische Cieplice Śląskie-Zdrój. Um nicht die offizielle Ausweisung abwarten zu müssen, machte sich Hanna Schröter 1946 allein in eine unbekannte Zukunft auf den Weg. Hanna Schröter erzählt in diesem Erzählcafé über den Verlust der Heimat und über einen neuen Anfang.
EC Am Goldgraben05.03.201415:30Doris Thomson - Eine Biographie gegen das Bild der ZeitDoris Thomson (Jg. 1924)Am Goldgraben 14, GöttingenEine Kindheit in Estland, Innenarchitektur-Studium in Posen, Flucht und Vertreibung während des zweiten Weltkriegs, Au-Pair in Schweden, als Schiffsköchin durch das Eismeer. Doris Thomson, Jg. 1924, hat in 89 Jahren viel erlebt, das sie während des Erzählcafés mit uns teilen möchte.
EC Am Goldgraben12.02.201415:30Ein bewegtes Leben - Ein junger Arzt in Zeiten des KriegesDr. Horst Haferkamp (Jg. 1941), Dr. Bruno Kottwitz (Jg. 1916)Am Goldgraben 14, GöttingenDie Biografie von Dr. Bruno Kottwitz, Jg. 1920, ist mehr als ereignisreich. Das Leben bescherte ihm Kontakt mit Menschen und führte ihn an Orte, die die deutsche (Medizin-)Geschichte prägten. Zusammen mit Dr. Horst Haferkamp, Jg. 1941, Chirurg und Medizinhistoriker, wird er über viele Stationen seines Lebens berichten.
EC Am Goldgraben08.01.201415:30Ein deutsches Kriegskind und sein schwieriger Platz in der VolksgemeinschaftDr. Katja LangenbachAm Goldgraben 14, GöttingenDie unterschiedlichen Erfahrungen die Kriegskinder innerhalb Deutschlands gemacht haben, werden oft vergessen. Das Wissen über die vielen individuellen Schicksale kann uns aber helfen, diese Zeit besser zu begreifen. Dr. Katja Langenbach wird von ihrem Leben während der Zeit des Nationalsozialismus erzählen und berichten, was es bedeutete einen - wenn auch getauften - jüdischen Vater zu haben. Auch nach Kriegsende 1945 blieb viel Gedankengut aus der Vergangenheit in der Gesellschaft lebendig, wurde nicht aufgearbeitet und prägte somit das weitere Leben unserer Erzählerin.
EC Am Goldgraben14.11.201317:30Queer leben - queer altern?!Jacqueline, Klaus und KatrinAm Goldgraben 14, GöttingenWelche Lebens- und Wohnsituation strebe ich für meinen Ruhestand an? Was brauche ich, um im Alter gut versorgt zu sein? Zu dieser Frage kommen mehrere homo- beziehungsweise transsexuelle ErzählerInnen miteinander ins Gespräch. Sie berichten über Erfahrungen mit dem Älterwerden und über ihre Vorstellungen und Wünsche zum Wohnen und Leben im Alter.
EC Am Goldgraben09.11.201316:00Fokus verändern, (Blick)Winkel weiten, Möglichkeiten ausleuchten…Thomas Lanz, Jg. 1955Am Goldgraben 14, GöttingenDer Fotograf Thomas Lanz, im ursprünglichen Beruf Sozialarbeiter, erzählt von seinen Erfahrungen mit einer Neuorientierung im “besten Alter“ und der wiederentdeckten Kreativität und Lebensfreude.
EC Am Goldgraben04.09.201315:30Meine Erinnerungen an Umsiedlung und Flucht 1939 bis 1945Hannelore SperlingAm Goldgraben 14, GöttingenHannelore Sperling, Jg. 1922, geboren in Riga, berichtet über die Folgen des Hitler-Stalin-Paktes, welche die damals 17-jährige zusammen mit ihrer Mutter und zwei Geschwistern erlebte. Sie schildert ihren Weg der Umsiedlung nach Posen und ihre Flucht über Berlin nach Westdeutschland.
Café Grenzenlos07.08.201315:30Frauen auf der Walz – Alte Berufsbilder im WandelMichaela KleemannAm Goldgraben 14, GöttingenMichaela Kleemann wird uns aus ihrem Leben als (Teilzeit-) Schäferin in einer Großschäferei mit 1000 Mutterschafen berichten. Wir lernen den Alltag einer Hüteschäferei kennen, deren Hütegebiet sich von Göttingen bis Pöhlde und Osterode bis Northeim erstreckt. Zusammen entdecken wir einen „alten“ Beruf neu, erfahren viel über ein naturverbundenes Leben und Arbeiten und fragen uns, wie Frauen alte Berufe beleben und bereichern können.
EC Am Goldgraben05.09.201215:30Den Teufel auf die Schippe nehmenHeide Harney, Jg. 1940Am Goldgraben 14, GöttingenDie Autorin, Scherenschnittkünstlerin und Performerin Heide Harney, Jg. 1940, spricht über die Rolle des Schreibens in ihrem Leben. „Der Teufel, das sind die Ängste vor dem Alter und die Zwänge der Gesellschaft. Auf der Schippe soll der Teufel tanzen und sich tot lachen. Mein Schreibstift ist Taktstock und Kitzelfeder“ schreibt Heide Harney. Sie wird Texte aus ihren Büchern vorlesen und aus ihrem bewegten Leben erzählen.
EC Am Goldgraben04.04.201215:30Die Biographie eines BiographieforschersPeter Alheit, Jg. 1946Am Goldgraben 14, GöttingenPeter Alheit, geboren 1946 in einer nordhessischen Kleinstadt, interessierte sich schon als Schüler für soziale Fragen. Nach seinen Studien der Theologie, Philosophie, Soziologie und Erziehungswisschenschaften folgt eine Ausbildung zum Sozialarbeiter. Er konnte immer wieder praktische Erfahrungen sammeln: als Vikar in Kassel, in der Jugendgerichtshilfe und in der Arbeit mit Obdachlosen. Seine erste Professur führte ihn 1977 nach Bremen, mit dem Schwerpunkt nicht- institutionelle Erwachsenenbildung, wo er die Veränderungen im Arbeiterleben erforscht und erstmals die Biographien von Arbeiterveteranen rekonstruiert. Nach und nach baut er ein Netzwerk internationaler Kontakte zur Biographieforschung auf und lehrt Mitte der 1994/95 als Humboldt-Professor an der Universität in Roskilde/Dänemark. 1998 folgt er einem Ruf nach Göttingen an den Lehrstuhl für Allgemeine Pädagogik mit dem Schwerpunkt Außerschulische Pädagogik. Aufgrund der inhaltlichen Nähe konnte die Freie Altenarbeit Peter Alheit ab 2000 für Theorie-Praxis-Projekte rund um die Biographiearbeit gewinnen. Auf Bitte des Vereins stellt er sich für den Vereinsvorsitz zur Verfügung und gestaltet in dieser Funktion seit 2003 zusammen mit den Vorstandsmitgliedern und dem FAG-Team Projekte und Profillinien der Vereinsarbeit. Welche Verbindungen gibt es zwischen seinem wissenschaftlichen Ansatz und der Biographiearbeit unseres Vereins? Was war seine Motivation, neben der Universitätsarbeit sich in unserem Verein zu engagieren?
EC Am Goldgraben02.03.201115:30„Das Unpolitische politisch“Sigrid Kluth, Jg. 1937Am Goldgraben 14, GöttingenSigrid Kluth, Jg. 1937, erzählt anhand ihres Buches „Meiner Väter Zeit“ , die Geschichte ihrer Familie 1910-1949. Den reichen Nachlass ihrer Eltern hat sie in einer kritischen, dokumentarischen Familiengeschichte für den so folgenschweren Zeitraum verarbeitet. Auch ihre sozial engagierten, liebevollen Eltern und Großeltern, die in Hann. Münden lebten, waren in naiver Gläubigkeit den nationalistischen Phrasen der NS-Propaganda verfallen. Die Autorin spürte anhand von Briefen und Tagebüchern möglichen Ursachen nach. Der Vater und der jüngste Bruder ihrer Mutter, von denen viele Feldpostbriefe vorliegen, fallen in Russland. Ein Freund, der im Widerstand war, wird zum zweiten Vater...
EC Am Goldgraben05.01.201115:30„Ich möchte vergessen, kann es aber nicht“Wiktorja Delimat, als Zwangsarbeiterin 1942 nach Deutschland verschleppt und Günther Siedbürger, Geschichtswerkstatt Duderstadt e.V.Am Goldgraben 14, GöttingenVom Bauernhof ihrer Familie in einem polnischen Dorf führt Wiktorja Delimats Deportationsfahrt zu einer großen Munitionsfabrik im „Dt. Reich“. Sie weiß nicht wo sie ist. Zweieinhalb Jahre dauert dieses Martyrium. Im Herbst 1942 kann sie fliehen. Kurz vor der Heimat wird sie von einer Reiterpatrouille aufgegriffen und es beginnt alles vorne. Mit LKWs und in Viehwaggons kommt sie in ein Durchgangslager nach Stockhausen in der Nähe von Göttingen. Als sie dort nicht mehr gebraucht wird, wird sie vom Arbeitsamt einem Hof in Ebergötzen zugeteilt. Sie hat Glück: Bei den Bachmanns wird sie gut aufgenommen und erhält sogar eine eigene Kammer.
EC Am Goldgraben25.10.201019:00Die Zukunft der Vergangenheit - Zwei Familien, zwei Vergangenheiten - eine ZukunftUwe von Seltmann, Jg. 1964, Buchautor und freier Journalist, KrakauAm Goldgraben 14, GöttingenUwe von Seltmann hat das Leben seines Großvaters nachgezeichnet und in dem Buch „Schweigen die Täter, reden die Enkel“ öffentlich gemacht. Was er gegen den Widerstand von Teilen seiner Familie herausgefunden hatte, war in der Tat nicht angenehm: Großvater Lothar gehörte zum Stab von Odilo Globocnik, einem der brutalsten Massenmörder des Dritten Reiches. Er hatte Kontakt zu Heinrich Himmler und war 1943 an der Niederschlagung des Aufstands im Warschauer Ghetto beteiligt. Im Februar 1945 hat er vermutlich selbst seinem Leben ein Ende gesetzt. Von Gabriela von Seltmanns Großvater Michał Pazdanowski, dem Direktor einer Schule, ist bisher wenig bekannt. Warum war er im Konzentrationslager Majdanek inhaftiert? Wie ist er zu Tode gekommen? Wie konnte sich seine Frau mit drei kleinen Kindern vor den Nationalsozialisten retten? Gabriela und Uwe von Seltmann wollen es herausfinden, denn sie sind sich sicher: Ihre Familien stehen exemplarisch für viele andere Familien, die lernen müssen, mit den Geistern der Vergangenheit umzugehen. Nur wer die Vergangenheit kennt, kann auch die Zukunft gestalten – so wie es der Dichter Herrmann Hesse gesagt hat: „Es kehrt alles wieder, was nicht bis zu Ende gelitten und gelöst ist“.
EC Am Goldgraben06.10.201015:30Fremd und vertraut – zuerst der Blick und dann der Umzug nach „drüben“Roland Krysl (Jg. 1968) und Kathrin Paul (Jg. 1972)Am Goldgraben 14, Göttingen„Nun wächst zusammen, was zusammen gehört“ hieß es damals, als der Einheitsvertrag am 3.Oktober 1990 das seit dem II. Weltkrieg zerrissene deutsche Land offiziell wieder vereinigte. Wie ähnlich waren die beiden Länder und vor allem ihre Menschen zu diesem Zeitpunkt wirklich? In unserem Erzählcafé werden zwei damals junge Leute über ihre ersten Erfahrungen mit dem jeweils anderen Land vor der Wende und dem jeweils anderen Landesteil nach der Wende berichten. Roland Krysl ist nach der Wende von West- nach Ostdeutschland und Katrin Paul von Ost- nach Westdeutschland gezogen.
EC Am Goldgraben07.04.201015:30„... und dann hat sie rübergemacht!“Frau Reichmuth, Jg. 1928Am Goldgraben 14, Göttingen„... und dann hat sie rübergemacht!“ - So wurde es genannt, wenn sich jemand entschloss, aus der SBZ (Sowjetisch besetze Zone) in den Westteil Deutschlands zu fliehen. Frau Reichmuth, Jahrgang 1928, entschloss sich damals zu diesem folgenschweren Schritt – was sie dazu bewogen hat, wie die Flucht organisiert wurde und wie sie sich ein neues Leben „im Westen“ aufbaute, davon wird sie in diesem Erzählcafe berichten.
EC Am Goldgraben06.01.201015:30Zivilcourage im Nazi-DeutschlandKlaus Reichmuth (Jg. 1924), ehem. Pastor von St. Johannis GöttingenAm Goldgraben 14, GöttingenKurz vor seinem Abitur in Stettin im Januar 1942, bekleidet in seinem Mantel der Hitler-Jugend, wurde Klaus Reichmuth von der Gestapo ins KZ Sachsenhausen gebracht. Sein „Verbrechen“: im Biologie-Unterricht eine Abschrift der Predigt des Bischofs von Galen aus Münster vorgelesen zu haben. Er hat so Widerstand gegen die Euthanasie alter und behinderter Menschen geleistet. Klaus Reichmuth, Jg. 1924, von 1967 bis 1989 Pastor von St. Johannis, Göttingen, wird uns berichten, wie er im KZ überleben konnte und wie dies seinen weiteren Lebensweg geprägt hat. Die Christliche Opposition seiner Eltern in Nazi-Deutschland spielt darin eine große Rolle.
EC Am Goldgraben04.11.200915:30„20 Jahre danach“ Grenzöffnung und Osterweiterung der EU aus Sicht junger ErwachsenerAnnette Rehfus (Jg. 1966) und Daniela Rothe (Jg. 1973)Am Goldgraben 14, GöttingenBerlin im November 1989: euphorische junge Menschen klettern über die Mauer. Aber wie erlebten die jungen Leute in der \"Provinz\" die Grenzöffnung? Und was machten sie danach mit ihren neu gewonnenen Freiheiten? Wie stehen sie zur Osterweiterung der EU? Zwei Erzählerinnen werden uns von ihren ersten fünf Jahren mit einer \"grenzlosen\" Zukunft berichten. Wir möchten auch andere Teilnehmer anregen, ihre individuellen Geschichten zu erzählen.
EC Am Goldgraben04.03.200915:30Krise als Chance Bewältigungsstrategien in UmbruchphasenMäx Schwörer, Jg. 1963Am Goldgraben 14, GöttingenUmwege und Umbrüche sind in jedem Lebensweg zu finden. Die Herausforderung besteht darin, Lebenskrisen als Entwicklungs- chance zu sehen. Zusammen mit Mäx Schwörer, Jg. 1963 und anhand weiterer biographischer Erzählungen wollen wir zeigen: Wie können wir eine Krise als Lernerfahrung nutzen? Welche Bewältigungsstrategien können wir entwickeln?
EC Am Goldgraben10.01.200715:30Die Generation der Kriegskinder und ihre Botschaften - Die Jahrgänge 1930 – 1945 erinnern sichChrista Schwalbe, Jg. 1940 und dem Pastoralpsychologen Wolfgang Winter, Jg. 1941Am Goldgraben 14, GöttingenHeute sind sie 60, 70 und 75 Jahre alt. Die Jahrgänge 1930 bis 1945 waren damals Kinder und Jugendliche, die den Nationalsozialismus, den Krieg und die Nachkriegszeit erlebten. Heute erinnern sie sich: an Geschichten, grausame Erlebnisse, Ängste und Verluste – Gefühle, die von den einen 12 Jahr lang empfunden wurden, von anderen nur ein paar Jahre. Und sie erinnern sich nicht nur, sie sehen Zusammenhänge, wie diese Erfahrungen ihr Leben geprägt haben. Statt Verdrängung oder Verleugnung versuchen sie, diese Erfahrung als einen Teil ihrer Biographie zu begreifen. Das Erzählcafé kann dazu anregen, über die eigene Kindheit nachzudenken und dabei neue Zusammenhänge zu entdecken.
EC Am Goldgraben03.05.200615:30Europa erzählend begegnen - Biographieprojekte in Tschechien, Bosnien und ItalienMit Projektpräsentationen bzw. ErzählerInnen aus Tschechien / Prag (Gedächtnis der Frauen): Dr. Alena Wagnerová; Ex-Jugoslawien (Erzählcafé in Bosnien): Bosiljka Schedlich; Italien / Anghiari (Città dell autobiografia): FilmAm Goldgraben 14, 37073 GöttingenIn vielen europäischen Ländern existieren Erzähl- und Biographieprojekte mit z.T. langer Tradition. Die Erfahrungen des Göttinger Erzählcafés werden auch in anderen europäischen Ländern geteilt: Erzählorte schaffen Verbindung und Begegnung. Alena Wagnerová zeigt dies am Beispiel des tschechischen Biographie-Projektes „Gedächtnis der Frauen – ein lernendes Projekt“, das mit Interviews die Geschichte der Frauen im Sozialismus dokumentiert und für die nachfolgenden Generationen zugänglich gemacht wird. Für das Zusammenwachsen Europas sind die Begegnungen und Gespräche mehr als nötig: sie dienen dem Abbau von ideologisch bedingten Vorurteilen. Die Landkarte wird mit weiteren europäischen Erzählprojekten vervollständigt. Der Kerngedanke des Nachmittages „Erzählen verbindet Europäer“ soll mit Ihren Erfahrungen bereichert werden.
EC Am Goldgraben04.02.200415:30\"Politisches Urgestein\" Klaus Peter Bruns, Ex-Minister und Landrat a.D.Klaus Peter Bruns, Ex-Minister und Landrat a.D.Am Goldgraben 14, 37073 GöttingenDer 1913 in Krefeld geborene SPD-Politiker kam nach dem Zweiten Weltkrieg als Landwirt in die Region, heiratete eine Bauerntochter aus Hinterpommern und pachtete eine Domäne in Reinhausen, die er bis zu seinem 80. Lebensjahr unter der Regie seiner Frau mitbewirtschaftete. Die Stationen seines Politikerlebens sind zahlreich: Landtagsabgeordneter und Landwirtschaftsminister in Niedersachsen, Göttinger Landrat, Ortsbürgermeister von Reinhausen. Als „politisches Urgestein“ wird er von Bundespräsident Johannes Rau bezeichnet. Nicht nur für seinen „Ziehsohn“ Thomas Oppermann ist Klaus Peter Bruns ein „authentischer Politiker“.