Göttinger Zeitzeugenprojekt

c/o Freie Altenarbeit Göttingen e.V., Am Goldgraben 14, 37075 Göttingen
Tel.: 0551-43606, freiealtenarbeitgoettingen@t-online.de

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Veranstaltungen zum Thema „Zeitgeschichte“

ErzählcaféDatumUhrzeitThema / TitelErzählerInVeranstaltungsortErgänzende Informationen und Materialien
EC Am Goldgraben13.01.201615:30 UhrGöttingen, April 1945Dr. Martin HeinzelmannAm Goldgraben 14, 37073 GöttingenDer Lokalhistoriker Dr. Martin Heinzelmann, Göttingen, berichtet aus seinen Forschungen zum Kriegsende in Göttingen, anschließend finden Erinnerungen an den April 1945 in Göttingen aus dem Publikum Gehör. Als sich US-Truppen Göttingen näherten, gab es in der wenig zerstörten Stadt neben den Einwohnern zahlreiche Verwundete, viele Flüchtlinge und mindestens 10.000 Zwangsarbeiter. Alle erlebten die kommenden Tage aus einer eigenen Perspektive. Die Situation in Göttingen war unklar: der NSDAP Kreisleiter Dr. Gengler forderte entschlossenen Widerstand. Oberbürgermeister Gnade wollte retten, was zu retten war. Gegen Mittag des 8. April 1945 wurde Feindalarm ausgelöst, einige Granaten schlugen ein. Der Oberbürgermeister traf die US-Truppen vor dem Rathaus an, die ohne Kampf eingerückt waren. Der Kreisleiter war heimlich geflohen und Göttingen vom NS-Regime befreit.
EC Am Goldgraben06.05.201515:30ZIVILCOURAGE UND WIDERSTAND 1933-45 - Spurensuche in GöttingenDr. Rainer Driever (Jg. 1961), Karin Rohrig (Jg. 1938)Am Goldgraben 14, GöttingenZusammen mit dem Historiker Dr. Rainer Driever (Jg. 1961) vom Projekt \\\"Widerstand in Göttingen\\\" und der Zeitzeugin Karin Rohrig (Jg. 1938) wollen wir 70 Jahre nach Kriegsende auf Spurensuche gehen. Wie haben sich Bürger/innen aus Göttingen und Umgebung gegen das Unrechtsregime gewehrt? Wie haben sie sich ihre Menschlichkeit bewahrt? Woraus haben sie ihre Kraft geschöpft? In diesem Erzählcafé soll es sowohl um Formen des organisierten Widerstandes als auch um Verweigerungen, Handlungen bzw. spontane Aktionen einzelner Menschen in Göttingen gehen.
EC Am Goldgraben21.01.201517:00ZWISCHEN ELTERNHAUS UND FRONT…Autorin Christa Grothe, Jg. 1951Am Goldgraben 14, 37077 Göttingen…zwischen Landwirtschaft und Feldhaubitze Der Zweite Weltkrieg veränderte alles Leben. Während die Männer zum Dienst an der Waffe eingezogen wurden, lastete der Alltag daheim auf den Schultern der zurück gebliebenen Frauen, Kindern und Alten. Die Autorin Christa Grothe, Jg. 1951, liest aus den Feldpostbriefen von Heinrich Bertram, einem 24-jährigen Landwirt aus Niedersachsen. Durch den engen Briefwechsel zwischen ihm, seiner Stiefmutter und seinen drei jüngeren Schwestern entsteht ein einzigartiges Kaleidoskop. Es veranschaulicht sowohl das schwierige Leben auf dem Hof und im Heimatdorf als auch das Kriegsgeschehen.
EC Am Goldgraben03.12.201415:30GEDENKEN ANDERS DENKENKristina Blömer, Jg. 1983, Regionalbeauftragte Hessen Nord im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.,Am Goldgraben 14, 37077 GöttingenArbeit für den Frieden - „Versöhnung, Verständigung, Freundschaft – Arbeit für den Frieden“ dieser Text ist auf den Plakaten des Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. zu lesen. Viele Menschen wissen nur wenig über diese Arbeit für den Frieden, ordnen sie gar eher militärischer als pazifistischer Arbeit zu. Doch der Wertewandel, den es seit der Gründung im Jahr 1919 innerhalb des Volksbunds gab, ist unübersehbar. Kristina Blömer, Jg. 1983, Regionalbeauftragte Hessen Nord im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., wird über Friedens-, Bildungs-, Jugend- und historische Arbeit, gemeinsames Gedenken und die Geschichte des Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. sowie über ihre eigenen Bezüge zum Thema erzählen.
EC Am Goldgraben12.11.201417:00ICH HATTE EINEN SCHIEßBEFEHLAutor Paul Küch, Jg. 1963Am Goldgraben 14, 37077 GöttingenGezählte Tage im Eichsfeld - Der Autor Paul Küch, Jg. 1963, schildert den Alltag eines DDR-Grenzers aus seinem persönlichen Erleben: Sein einjähriger NVA-Grenzdienst wurde von ihm nach der Grundausbildung im Eichsfeld abgeleistet. Zwischen den Buchdeckeln von „Ich hatte einen Schießbefehl“ liegen 22 Lebensjahre. Paul Küch schildert persönliche Schwächen aus Kindheit und Schulzeit, erläutert, wie er als 20-jähriger Wehrpflichtiger mit dem Schießbefehl leben musste und bleibt in der Einschätzung dessen, was das System von ihm abverlangte, authentisch und konkret. Der Autor liest selbst Auszüge aus diesem Zeitzeugenbericht besonderer Art und steht im Anschluss zum Gespräch zur Verfügung.
EC Am Goldgraben05.11.201415:30ALS BAUSOLDAT IN PRORADr. Stefan Wolter, Historiker und AutorAm Goldgraben 14, 37077 GöttingenZwangsarbeit in der DDR!? Stefan Wolter, Jg. 1967, hat sich 1986 bei der Musterung der NVA aus Glaubens- und Gewissensgründen entschieden Bausoldat zu werden. Seit 1964 war es in der DDR möglich, diesen Dienst ohne Waffe innerhalb der NVA zu wählen. Nur wenige Männer entschieden sich für diesen von Schikanen und harter, oft auch gefährlicher Arbeit geprägten Weg, gesellschaftliche Ächtung und berufliche Nachteile in Kauf nehmend. Im Erzählcafé wollen wir mit Dr. Stefan Wolter, Historiker und Autor, über seine Zeit als Bausoldat, aber auch über diese längst nicht aufgearbeitete bzw. gern verschleierte DDR-Geschichte ins Gespräch kommen. Einige seiner Bücher zu dieser Thematik werden vorgestellt.
EC Am Goldgraben03.09.201415:30ES WAR EINE WELT FÜR SICH - Leben im und Abschied aus dem RiesengebirgeHanna Schröter, Jg. 1924Am Goldgraben 14, 37077 GöttingenMit ihren 90 Jahren kann sich Hanna Schröter, Jg. 1924, sehr gut an Kindheit, Jugend und Erwachsensein im damaligen Bad Warmbrunn, Niederschlesien, erinnern. Allmählich drang die Naziideologie in den idyllischen, seit dem Mittelalter beliebten Kurort. Der Krieg spielte sich lange weit weg ab und die als sicher geltende Gebirgsregion war für viele Deutsche „der Luftschutzkeller Deutschlands“. Nach Kriegsende wurde aus Bad Warmbrunn das polnische Cieplice Śląskie-Zdrój. Um nicht die offizielle Ausweisung abwarten zu müssen, machte sich Hanna Schröter 1946 allein in eine unbekannte Zukunft auf den Weg. Hanna Schröter erzählt in diesem Erzählcafé über den Verlust der Heimat und über einen neuen Anfang.
EC Am Goldgraben12.02.201415:30Ein bewegtes Leben - Ein junger Arzt in Zeiten des KriegesDr. Horst Haferkamp (Jg. 1941), Dr. Bruno Kottwitz (Jg. 1916)Am Goldgraben 14, GöttingenDie Biografie von Dr. Bruno Kottwitz, Jg. 1920, ist mehr als ereignisreich. Das Leben bescherte ihm Kontakt mit Menschen und führte ihn an Orte, die die deutsche (Medizin-)Geschichte prägten. Zusammen mit Dr. Horst Haferkamp, Jg. 1941, Chirurg und Medizinhistoriker, wird er über viele Stationen seines Lebens berichten.
EC Am Goldgraben22.01.201415:30Mein geliebter Großvater... Ich wünschte er hätte sich verweigertDaniel GaedeAm Goldgraben 14, GöttingenWelche Spielräume gab es während des Nationalsozialismus? Wer hat diese wie genutzt? Welche Wertvorstellungen waren ausschlaggebend für dieses Verhalten? Wie können die Nachgeborenen die Vergangenheit mit Blick auf Gegenwart und Zukunft so thematisieren, dass ein tieferes Verständnis füreinander entwickelt und Normen für das eigene Verhalten fundiert werden können? All diese Fragen möchte Daniel Gaede mit seinem Vortrag und der anschließenden Diskussion beleuchten.
EC Am Goldgraben07.01.201415:30TRUG & SCHEIN – Ein BriefwechselAm Goldgraben 14, 37077 GöttingenEine kritische Begegnung mit dem Alltag im Nationalsozialismus - Trug & Schein folgt dem Briefwechsel von Roland Nordhoff und Hilde Laube. Zwei ganz gewöhnliche Deutsche, die sich im Kirchenchor begegneten. Sie ist 1920, er 1907 geboren. Sie gehört dem Proletariat, er dem Bürgertum an. Beide sind evangelisch und gläubig. Aber wie stehen sie zum Nationalsozialismus, zu Krieg, Literatur, Ehe, Geschlechterrollen? Ihre Briefe erzählen über Gott und die Welt und bieten so die Möglichkeit, zeitgenössische Perspektiven auf den Alltag im Nationalsozialismus und den Zweiten Weltkrieg einzufangen. Diese Möglichkeit nutzt ein generationenübergreifendes Praxisprojekt des Seminars für Mittlere und Neuere Geschichte der Universität Göttingen und des Göttinger Zeitzeugenprojekts. Die Briefe werden von Studierenden, also der Kriegs-Enkel- und Urenkelgeneration gelesen. Gemeinsam möchten wir mit Ihnen zu Themen wie Erinnerung, ZeitzeugInnenschaft und Geschichtsvermittlung ins Gespräch kommen.
EC Am Goldgraben06.11.201315:30Das Grüne Band Eichsfeld-Werratal – eine Chance für die Region?!Holger Keil, Jg. 1967Am Goldgraben 14, GöttingenFast 40 Jahre lang teilte der Eiserne Vorhang Europa. Die Unmenschlichkeit dieser Grenze zeigte sich am stärksten in Deutschland. Gleichzeitig gab diese Grenze der Natur eine über 30-jährige Atempause. Ein einzigartiges Biotopverbundsystem bekannt als das Grüne Band entstand. Naturschutzgroßprojekte wie dieses brauchen den Dialog mit den Menschen und Körperschaften in der Region, um die unterschiedlichen Interessen der Beteiligten tragfähig zu verbinden. Holger Keil wandert mit uns erzählend durch dieses spannende und vielseitige Thema.
EC Am Goldgraben04.09.201315:30Meine Erinnerungen an Umsiedlung und Flucht 1939 bis 1945Hannelore SperlingAm Goldgraben 14, GöttingenHannelore Sperling, Jg. 1922, geboren in Riga, berichtet über die Folgen des Hitler-Stalin-Paktes, welche die damals 17-jährige zusammen mit ihrer Mutter und zwei Geschwistern erlebte. Sie schildert ihren Weg der Umsiedlung nach Posen und ihre Flucht über Berlin nach Westdeutschland.
EC Am Goldgraben09.01.201315:30Sinti und Roma Wie erinnern wir die Geschichte ihrer Verfolgung im Nationalsozialismus?Monika Kos-Rochlitz, Boris ErchenbrecherAm Goldgraben 14, GöttingenMonika Kos-Rochlitz, in Göttingen in den 50e und 60er Jahren als Sintezza aufgewachsen, wird aus ihrer Perspektive als 2. Generation von KZ- Überlebenden erzählen können. Zusammen mit Boris Erchenbrecher, wird sie in diesem Erzählcafe die oft vergessene Geschichte dieser Opfergruppe der Nationalsozialistischen Verbrechen vermitteln.
EC Am Goldgraben09.11.201215:309. November 1938 in GöttingenAm Goldgraben 14, GöttingenDas Erinnern und Gedenken an die Opfer des Holocausts verändert sich: Die Zeitzeugen, die die Ereignisse damals miterlebt haben, werden immer weniger. Deshalb suchen wir für dieses „außerordentliche“ Erzählcafé Zeitzeugen, die die Reichspogromnacht in Göttingen, den Brand der Synagoge, erlebt haben oder auch deren Nachfahren, die über Erzählungen ihrer Vorfahren berichten können. Wir laden Sie herzlich ein, an diesem Nachmittag Ihre Erinnerungen einzubringen! Außerdem werden wird Zitate eines Zeitzeugen-Projektes der Göttinger Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit (Schriftenreihe, Heft 5, 2009) hinzuziehen. Zusammen mit den Teilnehmer/innen einer Erzählcafé-Moderations-Fortbildung möchten wir folgenden Fragen nachgehen: • Wie und was erinnern die Nachkommen der Erlebnisgeneration? • Wie kann das Gedenken lebendig an Jugendliche weitergegeben werden?
EC Am Goldgraben02.05.201215:30Bücherscheune KatlenburgPfarrer Westkott Jg. 1951Am Goldgraben 14, GöttingenIn einer einzigartigen Rettungsaktion hat Pfarrer Westkott zusammen mit Helfern ab 1991 Hunderttausende zur Vernichtung bestimmte Bücher der ehemaligen DDR nach Katlenburg gebracht. In der sogenannten „Bücherscheune“ werden diese Bücher jeden Sonntag von 10.30 – 12.30 Uhr gegen eine Spende für „Brot für die Welt“ an Interessenten abgegeben. Pfarrer Westkott, der inzwischen viele Preise und sogar das Bundesverdienstkreuz erhalten hat, wird im Erzählcafé von seiner Arbeit berichten und mit uns ins Gespräch kommen.
EC Am Goldgraben04.01.201215:30Zeugen Jehovas und ihre Verfolgung im NationalsozialismusRenate Bekheet, Roland MüllerAm Goldgraben 14, GöttingenWeil sie nicht ‚Heil Hitler’ sagten und den Kriegsdienst ablehnten, wurden die Zeugen Jehovas schon 1933 von den Nazis verfolgt und in deren neu errichteten Konzentrationslagern inhaftiert. Der Vater unserer Zeitzeugin, Renate Bekheet (geboren 1931), kam als \\"Bibelforscher\\" zunächst ins Gefängnis und wurde dann 1936 in das KZ Buchenwald überführt. Ihre Mutter verbrachte zwei Jahre im Zuchthaus und kam ohne Prozess 1939 in das Frauen-KZ Ravensbrück. Renate Bekheets Eltern überlebten, aber die Unterdrückung hörte für die Familie nicht auf. Zusammen mit dem freien Journalisten Roland Müller wirft Frau Bekheet einen Blick auf den Leidensweg dieser viel zu selten wahrgenommenen Opfergruppe des NS-Regimes.
EC Am Goldgraben02.11.201115:30Vom Dableiben und Weggehen...Christel Kinzel, Jg. 1937 und Ludwig Pape, Jg. 1947Am Goldgraben 14, GöttingenDas Obereichsfeld, früher am Rande der „sozialistischen Welt“ gelegen, geriet durch die Wiedervereinigung ins Zentrum von Deutschland und durch den Papstbesuch im September für kurze Zeit sogar in den Blickpunkt der ganzen Welt. Jahrhunderte alte, durch den Katholizismus geprägte und schließlich durch den Sozialismus herausgeforderte Werte und Traditionen müssen sich seit über zwanzig Jahren im vereinten Deutschland bewähren oder auch ändern. Wie haben die Menschen im Obereichsfeld die DDR erlebt? Und wie kommen sie mit dem Kapitalismus und der zunehmenden Globalisierung zurecht? Was sind heute ihre Visionen? Einige Eichsfelder haben zu DDR-Zeiten die Region oder sogar das Land verlassen. Manche haben dabei an der innerdeutschen Grenze sogar ihr Leben aufs Spiel gesetzt. Hat sich dieser Einsatz für die Betroffenen gelohnt? Wir wollen in diesem Erzählcafé mit „Dagebliebenen“ und „Fortgegangenen“ ins Gespräch kommen.
EC Am Goldgraben05.10.201115:30Von der Lochkarte zum MikrochipHoward Schultens, Jg. 1940Am Goldgraben 14, GöttingenSein Weg in die binäre Welt begann mit 12 Jahren, als ihm zum Geburtstag ein Elektronik-Baukasten überreicht wurde. Howard Schultens, 1940 in Portland, Oregon, USA geboren, kam nach einem IBM-Sommerkurs so richtig auf den Geschmack und lernte die Grundlagen des Programmierens anhand der Lochkarte. 1963 kam er mit Familie nach Göttingen und stieg bei den Aerodynamischen Versuchsanstalten (AVA) als junger Programmierer ins Berufsleben ein. Er kann uns sehr anschaulich den Unterschied zwischen Röhren-, Transistor und Chiprechner erklären und wie die Entwicklung vom Riesen-Computer zum Personal-Computer mit Internet-Anschluß verlief. In der Diskussion wollen wir auch darüber sprechen, auf welche Weise Computer fast alle Bereiche unseres Lebens verändern und manchmal unsichtbar im Hintergrund wirken.
EC Am Goldgraben06.04.201115:30„Die Geschichte der Anderen“ Begegnung mit der NS-Vergangenheit in einer EinwanderungsgesellschaftMarianne Piet, Jg. 1958Am Goldgraben 14, GöttingenSeit letztem Jahr trifft sich im Goldgraben eine Gruppe von Göttingern, die ihre sehr verschiedenen Einwanderungsbiographien aus u.a. Polen, Frankreich, Griechenland, Afghanistan und USA austauschen. Bei allen spielt der Nationalsozialismus eine Rolle. Die Französin Marianne Piet kam in den 1990er Jahren nach Göttingen – der Liebe wegen. Das Leben im „Land der Täter“ war bislang noch kein bewusstes Thema, obwohl ihre Eltern während des Zweiten Weltkrieges in der „Französischen Résistance“ waren und von den Nazis interniert wurden, ihre Mutter in Ravensbrück und ihr Vater in Dachau. Was waren die ersten Eindrücke von Deutschland, welche \"Vorurteile\" wurden bestätigt bzw. revidiert? Was hat ihr besonders gefallen, besonders geholfen, um in Göttingen \"anzukommen\"? Und wie geht sie heute mit der eigenen und der deutschen Vergangenheit um?
EC Am Goldgraben02.03.201115:30„Das Unpolitische politisch“Sigrid Kluth, Jg. 1937Am Goldgraben 14, GöttingenSigrid Kluth, Jg. 1937, erzählt anhand ihres Buches „Meiner Väter Zeit“ , die Geschichte ihrer Familie 1910-1949. Den reichen Nachlass ihrer Eltern hat sie in einer kritischen, dokumentarischen Familiengeschichte für den so folgenschweren Zeitraum verarbeitet. Auch ihre sozial engagierten, liebevollen Eltern und Großeltern, die in Hann. Münden lebten, waren in naiver Gläubigkeit den nationalistischen Phrasen der NS-Propaganda verfallen. Die Autorin spürte anhand von Briefen und Tagebüchern möglichen Ursachen nach. Der Vater und der jüngste Bruder ihrer Mutter, von denen viele Feldpostbriefe vorliegen, fallen in Russland. Ein Freund, der im Widerstand war, wird zum zweiten Vater...
EC Am Goldgraben05.01.201115:30„Ich möchte vergessen, kann es aber nicht“Wiktorja Delimat, als Zwangsarbeiterin 1942 nach Deutschland verschleppt und Günther Siedbürger, Geschichtswerkstatt Duderstadt e.V.Am Goldgraben 14, GöttingenVom Bauernhof ihrer Familie in einem polnischen Dorf führt Wiktorja Delimats Deportationsfahrt zu einer großen Munitionsfabrik im „Dt. Reich“. Sie weiß nicht wo sie ist. Zweieinhalb Jahre dauert dieses Martyrium. Im Herbst 1942 kann sie fliehen. Kurz vor der Heimat wird sie von einer Reiterpatrouille aufgegriffen und es beginnt alles vorne. Mit LKWs und in Viehwaggons kommt sie in ein Durchgangslager nach Stockhausen in der Nähe von Göttingen. Als sie dort nicht mehr gebraucht wird, wird sie vom Arbeitsamt einem Hof in Ebergötzen zugeteilt. Sie hat Glück: Bei den Bachmanns wird sie gut aufgenommen und erhält sogar eine eigene Kammer.
EC Am Goldgraben25.10.201019:00Die Zukunft der Vergangenheit - Zwei Familien, zwei Vergangenheiten - eine ZukunftUwe von Seltmann, Jg. 1964, Buchautor und freier Journalist, KrakauAm Goldgraben 14, GöttingenUwe von Seltmann hat das Leben seines Großvaters nachgezeichnet und in dem Buch „Schweigen die Täter, reden die Enkel“ öffentlich gemacht. Was er gegen den Widerstand von Teilen seiner Familie herausgefunden hatte, war in der Tat nicht angenehm: Großvater Lothar gehörte zum Stab von Odilo Globocnik, einem der brutalsten Massenmörder des Dritten Reiches. Er hatte Kontakt zu Heinrich Himmler und war 1943 an der Niederschlagung des Aufstands im Warschauer Ghetto beteiligt. Im Februar 1945 hat er vermutlich selbst seinem Leben ein Ende gesetzt. Von Gabriela von Seltmanns Großvater Michał Pazdanowski, dem Direktor einer Schule, ist bisher wenig bekannt. Warum war er im Konzentrationslager Majdanek inhaftiert? Wie ist er zu Tode gekommen? Wie konnte sich seine Frau mit drei kleinen Kindern vor den Nationalsozialisten retten? Gabriela und Uwe von Seltmann wollen es herausfinden, denn sie sind sich sicher: Ihre Familien stehen exemplarisch für viele andere Familien, die lernen müssen, mit den Geistern der Vergangenheit umzugehen. Nur wer die Vergangenheit kennt, kann auch die Zukunft gestalten – so wie es der Dichter Herrmann Hesse gesagt hat: „Es kehrt alles wieder, was nicht bis zu Ende gelitten und gelöst ist“.
EC Am Goldgraben06.10.201015:30Fremd und vertraut – zuerst der Blick und dann der Umzug nach „drüben“Roland Krysl (Jg. 1968) und Kathrin Paul (Jg. 1972)Am Goldgraben 14, Göttingen„Nun wächst zusammen, was zusammen gehört“ hieß es damals, als der Einheitsvertrag am 3.Oktober 1990 das seit dem II. Weltkrieg zerrissene deutsche Land offiziell wieder vereinigte. Wie ähnlich waren die beiden Länder und vor allem ihre Menschen zu diesem Zeitpunkt wirklich? In unserem Erzählcafé werden zwei damals junge Leute über ihre ersten Erfahrungen mit dem jeweils anderen Land vor der Wende und dem jeweils anderen Landesteil nach der Wende berichten. Roland Krysl ist nach der Wende von West- nach Ostdeutschland und Katrin Paul von Ost- nach Westdeutschland gezogen.
EC Am Goldgraben06.01.201015:30Zivilcourage im Nazi-DeutschlandKlaus Reichmuth (Jg. 1924), ehem. Pastor von St. Johannis GöttingenAm Goldgraben 14, GöttingenKurz vor seinem Abitur in Stettin im Januar 1942, bekleidet in seinem Mantel der Hitler-Jugend, wurde Klaus Reichmuth von der Gestapo ins KZ Sachsenhausen gebracht. Sein „Verbrechen“: im Biologie-Unterricht eine Abschrift der Predigt des Bischofs von Galen aus Münster vorgelesen zu haben. Er hat so Widerstand gegen die Euthanasie alter und behinderter Menschen geleistet. Klaus Reichmuth, Jg. 1924, von 1967 bis 1989 Pastor von St. Johannis, Göttingen, wird uns berichten, wie er im KZ überleben konnte und wie dies seinen weiteren Lebensweg geprägt hat. Die Christliche Opposition seiner Eltern in Nazi-Deutschland spielt darin eine große Rolle.
EC Am Goldgraben04.11.200915:30„20 Jahre danach“ Grenzöffnung und Osterweiterung der EU aus Sicht junger ErwachsenerAnnette Rehfus (Jg. 1966) und Daniela Rothe (Jg. 1973)Am Goldgraben 14, GöttingenBerlin im November 1989: euphorische junge Menschen klettern über die Mauer. Aber wie erlebten die jungen Leute in der \"Provinz\" die Grenzöffnung? Und was machten sie danach mit ihren neu gewonnenen Freiheiten? Wie stehen sie zur Osterweiterung der EU? Zwei Erzählerinnen werden uns von ihren ersten fünf Jahren mit einer \"grenzlosen\" Zukunft berichten. Wir möchten auch andere Teilnehmer anregen, ihre individuellen Geschichten zu erzählen.
EC Am Goldgraben02.09.200915:30„Nie wieder Krieg! Gewerkschafter und Zeitzeugen zur Rolle des AntikriegstagesAngelika Ungerer (Jg. 1945) und Horst (Jg. 1934) u. Edda (Jg. 1935) PinneAm Goldgraben 14, GöttingenAm 1. September jährt sich zum 70. Mal der Überfall von Hitler-Deutschland auf Polen. Seit 1957 wird dieses Datum in der Bundesrepublik als Antikriegstag begangen. Gewerkschaften und Friedensgruppen organisieren Gedenkveranstaltungen und machen dabei auch auf aktuelle friedens- und gesellschaftspolitische Probleme aufmerksam. Im Mittelpunkt steht die Mahnung, dass von deutschem Boden nie wieder Krieg ausgehen darf. Ebenfalls 1957 haben 18 renommierte Atomwissenschaftler mit der „Göttinger Erklärung“ gegen die Aufrüstung der Bundeswehr mit Kernwaffen protestiert. Wir sprechen mit Zeitzeugen aus Gewerkschaft und Gesellschaft.
EC Am Goldgraben07.01.200915:30Gedenkkulturen in DeutschlandHugo Rübesamen, Landesgedenkstättenverein Politische Memoriale e.V. Mecklenburg-Vorpommern und Dr. Dietmar Szedlaczek, KZ-Gedenkstätte MoringenAm Goldgraben 14, GöttingenAls der \"Eiserne Vorhang\" zwischen Ost und West-Europa vor zwanzig Jahren fiel, stiessen zwei unterschiedliche Kulturen aufeinander: zwei Wege, mit der nationalsozialistischen Vergangenheit in Europa umzugehen. In diesem Erzählcafe wollen wir die verschiedenen Gedenkkulturen in der BRD und der DDR bewusst rekonstruieren – vor allem um die darauf folgenden Entwicklungen in der Bundesrepublik seit dem 3. Oktober 1990 besser zu verstehen und würdigen zu können. Hugo Rübesamen, Landesgedenkstättenverein Politische Memoriale e.V. Mecklenburg-Vorpommern, dessen Großvater einer der Häftlinge war, die schon 1933 im Konzentrationslager Moringen wegen ihres Widerstandes gegen das NS-Regime inhaftiert und misshandelt wurden, und Dr. Dietmar Szedlaczek von der KZ-Gedenkstätte Moringen werden uns dabei unter-stützen.
EC Am Goldgraben05.11.200815:30So nah und doch so fern - Gemeinsamkeiten und Unterschiede in Ost-West-BiographienUrsula Apel, Jg. 1948, Ortsbürgermeisterin von TeistungenAm Goldgraben 14, Göttingen„Jetzt wächst zusammen, was zusammen gehört.“ Willy Brandt 1989 Inwieweit ist diese Prognose in Erfüllung gegangen? Wie habe ich das Jahr des Mauerfalls erlebt? Welche Veränderungen habe ich seit 1989 in meinem gesellschaftlichen Umfeld beobachtet? Was für „Brücken-Erlebnisse“ im Verhältnis zwischen Ost- und Westdeutschen gab es?
EC Am Goldgraben07.05.200815:30Rebellische Zeiten in Göttingen Die Generation der 68er und die Debatte um ihre FolgenProf. Dr. Martin Baethge, Jg. 1939, und Dr. Bärbel Kern-Lange, Jg. 1941Am Goldgraben 14, GöttingenDie Bewegung von 1968 markiert eine Zäsur in der deutschen Nachkriegsgeschichte. Nach der Rebellion der „Halbstarken“ standen Menschen auf für Frieden, Ökologie, Bürger- und Frauenrechte und gegen Autoritäten. 40 Jahre später sind die 68er immer noch oder wieder in den Schlagzeilen: „Die Jugendrevolte von 1968 war ein globaler Aufstand, aber es gibt neben Deutschland kein zweites Land, in dem die Folgen der 68er-Revolte bis heute so verbissen debattiert werden.“ (Spiegel 44/2007) Zusammen mit Zeitzeugen der 68er-Generation versuchen wir ein differenziertes Bild jener Jahre in Göttingen zu zeichnen und fragen: Was halten die 68er selber von ihrer heutigen Medienpräsenz? Wie sehen sie ihre „wilden Jahre“? Haben sie die „Republik demokratisiert“?
EC Am Goldgraben02.04.200815:30Die erste große Liebe - Liebesbriefe von der Nachkriegszeit bis heuteCharlotte Lierse, Jg. 1927, Christoph Homann, Jg. 1975, und der Kulturanthropologin Anna-Maria BrinkopAm Goldgraben 14, GöttingenVom „Postillon d’amour“ als Überbringer einer Herzensnachricht bis zum digitalen Liebesbrief reicht die Spanne dieses Erzählcafés. Geschichten über Liebesbriefe aus verschiedenen Jahrzehnten - geschrieben in ganz unterschiedlichen Lebensaltern und Lebenssituationen.
EC Am Goldgraben07.02.200715:30Die 20er Jahr aus der Sicht der kleinen LeuteWilhelm Schleenvoigt, Jg. 1921, gebürtiger Göttinger und langjähriges VereinsmitgliedAm Goldgraben 14, GöttingenWilhelm Schleenvoigt (Jg. 1921) stammt aus einer Arbeiterfamilie aus dem Göttinger Ebertal. Nach einer Facharbeiterlehre, Krieg und Gefangenschaft arbeitete er über 20 Jahre bei der Firma Ruhstrat und engagierte sich in der SPD und der Gewerkschaft. Er beschreibt das Lebensmilieu der Göttinger „kleinen Leute“ von damals: die „gute Stube“, „Sonntagsstaat“, Badetage, typische Ausflugsziele, Dutt oder Bubikopf, täglich Brot und Kartoffeln, Arbeitslosigkeit und Wohlfahrtsamt, Tippelbrüder und Straßenmusikanten. Und wir fragen: Wie leben die „kleinen Leute“ von heute?
EC Am Goldgraben10.01.200715:30Die Generation der Kriegskinder und ihre Botschaften - Die Jahrgänge 1930 – 1945 erinnern sichChrista Schwalbe, Jg. 1940 und dem Pastoralpsychologen Wolfgang Winter, Jg. 1941Am Goldgraben 14, GöttingenHeute sind sie 60, 70 und 75 Jahre alt. Die Jahrgänge 1930 bis 1945 waren damals Kinder und Jugendliche, die den Nationalsozialismus, den Krieg und die Nachkriegszeit erlebten. Heute erinnern sie sich: an Geschichten, grausame Erlebnisse, Ängste und Verluste – Gefühle, die von den einen 12 Jahr lang empfunden wurden, von anderen nur ein paar Jahre. Und sie erinnern sich nicht nur, sie sehen Zusammenhänge, wie diese Erfahrungen ihr Leben geprägt haben. Statt Verdrängung oder Verleugnung versuchen sie, diese Erfahrung als einen Teil ihrer Biographie zu begreifen. Das Erzählcafé kann dazu anregen, über die eigene Kindheit nachzudenken und dabei neue Zusammenhänge zu entdecken.
EC Am Goldgraben23.02.200618:30Gewerkschafter erinnern sichAngelika Stroker, Jg. 1953, 25 Jahre in der Gewerkschaft (HBV; VERDI), Klaus Rath, Jg. 1949, 40 Jahre in der Gewerkschaft (IGM, ÖTV, VERDI), Karl Blick, Jg. 1938, seit 50 Jahren in der Gewerkschaft (DAG, VERDI)Altenzentrum GroneWelche Rolle spielt die Gewerkschaft für mich – früher und heute? Was habe ich aus dieser Zeit für mich mitgenommen? Auf Initiative von Christina Wehmheuer (VERDI-Sekretärin Göttingen) ist die Idee entstanden, die Ehrungen der Verdi-Mitglieder etwas anders zu gestalten. Nach der Begrüßung durch den Verdi-Vorsitzenden Klaus Schild wollen wir mit einer Erzählrunde überraschen: Mit biographischen Berichten aus der Zeit als Gewerkschaftsmitglied versuchen wir die Runde der Jubilare ins Gespräch mit einzubeziehen.
EC Am Goldgraben11.01.200615:30Was hat der Nationalsozialismus mit mir zu tun? Erinnern in der zweiten und dritten Generation nach dem HolocaustMit einer Erzählerin Jg. 1936 und einem jüngeren ErzählerAm Goldgraben 14, 37073 GöttingenDie Nachwirkungen von Nationalsozialismus und Holocaust sind auch im 21. Jahrhundert spürbar – bei zunehmender zeitlicher Distanz. Von den Zeitzeugen, der Erlebnisgeneration, wird in absehbarer Zeit niemand mehr leben. Für die Nachkommen wird die Vergangenheit zur fernen Geschichte: History, not memory. Damit ändern sich die Formen des Erinnnerns und die Bedeutung der Erinnerungen. In diesem Erzählcafé wollen wir VertreterInnen der zweiten und dritten Generation zu Wort kommen lassen: • Wie und warum erinnert die Töchter- und Enkelgeneration? • Wie geht sie persönlich mit der Familiengeschichte um? • Wie werden die Familien-Erinnerungen mit der Geschichtsschreibung verbunden? • Wie soll die Erinnerungskultur der Zukunft aussehen?
EC Am Goldgraben06.04.200515:30Politik mit dem Einkaufskorb - Wie der Südafrika-Boykott eine Biographie beeinflusst hatGisela Helbig, Jg. 1937Am Goldgraben 14, 37073 GöttingenGisela Helbig, Jg. 1937, Pfarrfrau, wurde durch ihre Mitarbeit in der „Evangelischen Frauenarbeit in Deutschland“ sensibilisiert für das Unrechtssystem der Apartheid in Südafrika. In den 1980er Jahren engagierte sie sich im Konsumboykott südafrikanischer Waren (z.B. Orangen, Banken, Krüger-Rand). Zahlreiche persönliche Kontakte zu AfrikanerInnen veränderten ihr Afrika-Bild. Die Befreiung von Nelson Mandela erlebte sie in Tansania. Auch heute ist sie in einer Gruppe zum Thema „Frauen und Weltwirtschaft“ politisch aktiv. Neben diesem Beispiel einer – relativ späten – politischen Emanzipation wollen wir uns gerne auch über andere Wege der politischen Sozialisation austauschen.
EC Am Goldgraben02.03.200515:30„ ... wie einst Lili Marleen“ Musik als subversive KraftDorothee Gönner (Gesang) und Ute Schröter (Klavier)Am Goldgraben 14, 37073 GöttingenEin Schlager macht Geschichte – als sentimentales Liebeslied, Wehrmachtsschlager und als internationaler Hit. Auf beiden Seiten der Front wird Lili Marleen zum populärsten Lied des Zweiten Weltkrieges. Lale Andersen, Marlene Dietrich und Hanna Schygulla sind mit dem Lied eng verbunden. Als Mythos weckt der Name Lili Marleen nostalgische Gefühle. Er wird heute zur Vermarktung von Schiffen, Restaurants und Hotels benutzt. In diesem Erzählcafé sprechen wir zusammen mit ZeitzeugInnen über unsere Erinnerungen an das 1939 als Schallplatte erschienene Lied, das ab 1941 vom deutschen Soldatensender Belgrad allabendlich ausgestrahlt wurde. Wir zeichnen die Geschichte des Liedes nach und fragen an seinem Beispiel nach der subversiven Kraft, aber auch nach der politischen Instrumentalisierung von Musik.
EC Am Goldgraben05.01.200515:30„Mein Großvater war Nazi“ Wie wird die NS-Familiengeschichte zwischen den Generationen tradiert?Erzählerin der Enkelgeneration (Jg. 1961)Am Goldgraben 14, 37073 GöttingenIn diesem Erzählcafé geht es um Täterschaft und Mitläufertum von Eltern und Großeltern im Nationalsozialismus. Eine Erzählerin der Enkelgeneration (Jg. 1961) berichtet über ihre Familiengeschichte. • Wie und was haben Eltern und Großeltern über Nationalsozialismus und Holocaust erzählt? • Wie haben sich die Nachkommen mit dem Nationalsozialismus in ihren Familiengeschichten auseinandergesetzt? • Wie blickt heutige junge Generationen vor dem Hintergrund unterschiedlicher Verarbeitungsstrategien in Ost- und Westdeutschland auf ihre Eltern und Großeltern? Die biographisch-reflektierten Erzählungen der vorbereiteten ErzählerInnen und des Publikums werden im Zentrum der Veranstaltung stehen. Ergebnisse der Mehrgenerationenforschung zur Tradierung von NS-Familiengeschichten werden einbezogen.
EC Am Goldgraben03.11.200415:3015 Jahre Mauerfall Erfahrungen aus der Sicht von „hüben und drüben“Eckart Lintzel, Jg. 1952, 1. Beigeordneter der Stadt Leinefelde-Worbis, Lena Pukall, Jg. 1979, KrankenschwesterAm Goldgraben 14, 37073 GöttingenIm Erzählcafé am Goldgraben in Göttingen ist das Zusammenwachsen von Ost- und Westdeutschland schon einige Jahre ein Themenschwerpunkt. Eine „gemischte“ Biographiegruppe hat sich über Jahre mit den unterschiedlichen Alltagserfahrungen auseinandergesetzt. Wir möchten in diesem Erzählcafé auf die 15 Jahre seit der Maueröffnung zurückblicken und die Veränderungen aus doppelter Perspektive anschauen: Ost- und Westgeborene, Alt und Jung. - Wie erleben verschiedene Generationen die Zeit nach 1989? - Was hat sich seitdem auf dem Arbeitsmarkt getan? - Wie haben sich Familienstrukturen und Nachbarschaften verändert? - Was ist aus den „Vereinigungshoffnungen“ geworden?
EC Am Goldgraben07.07.200415:30Widerstand gegen die NS-Diktatur- Zur Aufarbeitung der Widerstandsgeschichte im geteilten DeutschlandPeter Dürrbeck, Jg. 1931, VVN/Bund der Antifaschisten, Dr. Dietmar Sedlaczek, KZ-Gedenkstätte MoringenAm Goldgraben 14, 37073 GöttingenDer deutsche Widerstand gegen Hitler hatte vielfältige Formen, Gruppen und Motive. Die alltäglichen Protesthaltungen gehören ebenso dazu wie der fehlgeschlagene Staatsstreich des 20. Juli 1944, der sich nun zum 60. Mal jährt. Andere Widerstandsgruppen waren z.B. der kommunistische und sozialdemokratische Widerstand, der Widerstand der Jugend, die Bekennende Kirche oder der Kreisauer Kreis. Im Erzählcafé gehen wir nicht nur der Frage nach, wie der Widerstand zwischen 1933 und 1945 aussah, sondern auch einer speziellen deutsch-deutschen Frage: Wie und welche Widerstandsformen wurden in der DDR und der BRD vermittelt? Erinnerungen an Schule, Elternhaus und Medien aus der Sicht verschiedener Jahrgänge.
EC Am Goldgraben07.04.200415:30GrenzerfahrungenDr. Cordula Tollmien, Jg. 1951, HistorikerinAm Goldgraben 14, 37073 GöttingenDr. Cordula Tollmien liest aus Göttinger Briefen der Nachkriegszeit Zum Gedenken an ihre Mutter Sigrid Tollmien, geb. Kosch (7.4.1924 – 10.1.1993) „Grenzen gab es viele in der Nachkriegszeit: neue und alte, innere und äußere, geographische und zeitliche, materielle und geistige. Am 8. Dezember 1945 kam meine Mutter aus Dresden über die Zonengrenze nach Göttingen, am 9.12. schilderte sie in einem Brief an ihre Mutter in Dresden ihren abenteuerlichen Grenzgang. Diesem ersten Brief folgten bis 1968, dem Todesjahr meiner Großmutter, über 1000 weitere; insgesamt gingen fast 2500 Briefe zwischen Göttingen und Dresden hin und her. Zum Gedenken an meine Mutter, die am 7. April 2004 80 Jahre alt geworden wäre, möchte ich aus diesen (ersten) Briefen lesen und mich mit Ihnen gemeinsam über Ihre persönlichen (Nachkriegs-)Grenzerfahrungen austauschen.“
EC Am Goldgraben07.01.200415:30Begegnung mit der Vergangenheit: Verschiedene Blicke auf die Göttinger NS-ZeitEva Tichauer Moritz (Jüdisches Lehrhaus) und Video-Ausschnitte aus Interviews mit Göttinger Juden, die den Holocaust überlebt habenAm Goldgraben 14, 37073 GöttingenWer kann sich noch erinnern, das am heutigen Standort von C&A früher das Kaufhaus Gräfenberg residierte (Weender Str. 19) oder wo das Schuhhaus Silbergleit in der Groner Straße war? 1933 existierten 97 jüdische Betriebe in Göttingen, 1939 nur noch zwei. Wir zeigen Videoausschnitte aus Interviews mit noch lebenden ehemaligen Göttinger Jüdinnen und Juden. Und wir sprechen mit heute in Göttingen lebenden Zeitzeugen über ihre Wahrnehmung der damaligen Zeit.
EC Am Goldgraben14.05.200315:30„Sie schufteten um ihr Leben...“ Ehemalige Göttinger Zwangsarbeiterinnen zu Gast in GöttingenDr. Cordula Tollmien, Jg. 1951, HistorikerinAm Goldgraben 14, 37073 Göttingen
EC Am Goldgraben02.04.200315:30Wir sollten alle Heiden sein! - Religion bzw. Weltanschauung in Ost- und WestdeutschlandProf. Dr. Horst von Gizycki und Pastor Ulrich ImmelmannAm Goldgraben 14, 37073 GöttingenReligion bzw. Weltanschauung entsteht und existiert nicht im luftleeren Raum. In diesem Erzählcafé wollen wir über die Verwobenheit eigener Einstellungen mit gesellschaftlicher, generationsspezifischer und familiärer Herkunft nachdenken. Mit Hilfe von zwei Erzählern aus Ost- und Westdeutschland wird ein Stück Kulturgeschichte sichtbar: Pfarrer i.R. Ulrich Immelmann (Jg. 1930) war Superintendent in Weißenfels in der ehem. DDR und berichtet über die Beeinflussung von religiösem Bewusstsein durch Staat und Politik. Dr. phil. Horst von Gizycki (Jg. 1930), Professor für Psychologie und Kunst in Kassel, langjähriger Autor und zuletzt Mitherausgeber der Frankfurter Hefte, wird über Einflüsse verschiedener Religionen und ein eher ungewöhnliches Gottesbild erzählen. Zusammen wollen wir z.B. diesen Fragen nachgehen: • Wodurch wurde mein Glaube geprägt? • Welche Schlüsse können aus den Religionserfahrungen in DDR und BRD gezogen werden? • Welche Bedeutung hat Religion heute?
EC Am Goldgraben05.03.200315:30Wir sollten alle Helden sein!Göttinger Zeitzeugen Wilhelm Schleenvoigt und Elfriede NenadovicAm Goldgraben 14, 37073 GöttingenKrieg und Gefangenschaft
EC Am Goldgraben04.12.200215:30Die Insel der Schwäne und Der Engel mit dem goldenen SchnurrbartGrit Wolfgramm aus Potsdam und Annette Hoffmann aus GöttingenAm Goldgraben 14, 37073 GöttingenEin biographischer Rückblick auf die Kinderliteratur in der DDR
EC Am Goldgraben06.02.200215:30Wie die Medien Wirklichkeit produzierenStephanie Lücke, Erfurt und Susanne Kassel, GöttingenAm Goldgraben 14, 37073 GöttingenMit Unterstützung von zwei Medienwissenschaftlerinnen der Universitäten Göttingen und Erfurt werden wir der Frage nachgehen, wie sich die Berichterstattung über Kriege und Katastrophen verändert hat. Wie reagieren wir auf Meldungen, die unser Leben verändern könnten? Wie verbreiteten sich Nachrichten vor dem Zeitalter der Massenmedien - wie erfuhr man z.B. von Pearl Harbour? Welche alternativen Informationsquellen haben wir? Wie kann ein bewußter Umgang mit Medien aussehen?