Göttinger Zeitzeugenprojekt

c/o Freie Altenarbeit Göttingen e.V., Am Goldgraben 14, 37075 Göttingen
Tel.: 0551-43606, freiealtenarbeitgoettingen@t-online.de

Göttinger Zeitzeugenprojekt

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Veranstaltungen zum Thema „Historie“

ErzählcaféDatumUhrzeitThema / TitelErzählerInVeranstaltungsortErgänzende Informationen und Materialien
EC Am Goldgraben13.01.201615:30 UhrGöttingen, April 1945Dr. Martin HeinzelmannAm Goldgraben 14, 37073 GöttingenDer Lokalhistoriker Dr. Martin Heinzelmann, Göttingen, berichtet aus seinen Forschungen zum Kriegsende in Göttingen, anschließend finden Erinnerungen an den April 1945 in Göttingen aus dem Publikum Gehör. Als sich US-Truppen Göttingen näherten, gab es in der wenig zerstörten Stadt neben den Einwohnern zahlreiche Verwundete, viele Flüchtlinge und mindestens 10.000 Zwangsarbeiter. Alle erlebten die kommenden Tage aus einer eigenen Perspektive. Die Situation in Göttingen war unklar: der NSDAP Kreisleiter Dr. Gengler forderte entschlossenen Widerstand. Oberbürgermeister Gnade wollte retten, was zu retten war. Gegen Mittag des 8. April 1945 wurde Feindalarm ausgelöst, einige Granaten schlugen ein. Der Oberbürgermeister traf die US-Truppen vor dem Rathaus an, die ohne Kampf eingerückt waren. Der Kreisleiter war heimlich geflohen und Göttingen vom NS-Regime befreit.
EC Am Goldgraben07.10.201515:30 UhrRainer Müller Bürgerrechtler, Leipzig 1989Rainer MüllerAm Goldgraben 14, 37073 GöttingenDer Bürgerrechtler und Historiker Rainer Müller (Jg. 1966) zählt zu den Initiatoren der Oppositionsbewegung rund um die friedliche Revolution in Leipzig 1989. Er setzt sich ein für: „Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung“. Er ist in verschiedenen Gruppen tätig, schreibt Flugblätter, gestaltet Plakate und entwirft Visionen für ein gerechteres Leben. In einem Interview sagt er: „Wir wollten, dass dieses Land nicht kaputt geht.“ In diesem Erzählcafé wollen wir mit Rainer Müller über sein Leben ins Gespräch kommen und über friedliche Formen von Zivilcourage. Wie ist er aufgewachsen? Was hat er als Jugendlicher in der DDR erlebt, was hat ihn geprägt?
EC Am Goldgraben01.07.201515:30MEIN SOMMER IN NORWEGEN - Das erste Mal im AuslandDr. Susanne Schlink (Jg. 1960)Am Goldgraben 14, GöttingenOb Interrail-Ticket, Schüleraustausch oder Auslandspraktikum. Viele von uns durften oder mussten eine Zeit lang ganz woanders sein - in der Fremde und doch irgendwie schon bald zuhause in einer anderen Welt. Dr. Susanne Schlink (Jg. 1960) berichtet von ihrem Sommer in Norwegen - mit Heuernte, Walderdbeeren und Blaubeermarmelade. Für sie wird ihr landwirtschaftliches Praktikum, das sie 1980 auf einem Demeterhof in Norwegen absolvierte, nicht nur eine Durchgangsstation auf ihrem Weg nach Göttingen ins Studium, sondern zum prägenden Erlebnis. Umrahmt von norwegischen Liedern, Gedichten und Geschichten wollen wir uns über unsere \"ersten Auslandsaufenthalte\" austauschen.
EC Am Goldgraben06.05.201515:30ZIVILCOURAGE UND WIDERSTAND 1933-45 - Spurensuche in GöttingenDr. Rainer Driever (Jg. 1961), Karin Rohrig (Jg. 1938)Am Goldgraben 14, GöttingenZusammen mit dem Historiker Dr. Rainer Driever (Jg. 1961) vom Projekt \\\"Widerstand in Göttingen\\\" und der Zeitzeugin Karin Rohrig (Jg. 1938) wollen wir 70 Jahre nach Kriegsende auf Spurensuche gehen. Wie haben sich Bürger/innen aus Göttingen und Umgebung gegen das Unrechtsregime gewehrt? Wie haben sie sich ihre Menschlichkeit bewahrt? Woraus haben sie ihre Kraft geschöpft? In diesem Erzählcafé soll es sowohl um Formen des organisierten Widerstandes als auch um Verweigerungen, Handlungen bzw. spontane Aktionen einzelner Menschen in Göttingen gehen.
EC Am Goldgraben08.02.201517:00UNSERE DÖRFER VERÄNDERN IHR GESICHT - Bauerntöchter erzählenCarolin Hoffrogge-Lee, Dr. Heidi BouwsBergmanns Bauernstube Atzenhäuser Starße 3, 37127 BarlissenZwei Bauerntöchter werden mit ihren Erzählungen den Wandel in den Dörfern illustrieren. Dr. Heidi Bouws hat als Agrarwissenschaftlerin den Hof ihrer Eltern übernommen und betreibt dort heute einen ökologischen Betrieb mit Natur- und Landschaftspflege. Carolin Hoffrogge-Lee ist auf einem großen Hof im Oldenburger Land aufgewachsen und hat ihn zum Studium der Sozialwissenschaften verlassen. Als Journalistin beleuchtet sie das Dorfleben oder nachhaltige Landwirtschaft immer wieder kritisch. Bei Kaffee und Kuchen möchten wir über den Wandel in den Dörfern miteinander ins Gespräch kommen.
EC Am Goldgraben21.01.201517:00ZWISCHEN ELTERNHAUS UND FRONT…Autorin Christa Grothe, Jg. 1951Am Goldgraben 14, 37077 Göttingen…zwischen Landwirtschaft und Feldhaubitze Der Zweite Weltkrieg veränderte alles Leben. Während die Männer zum Dienst an der Waffe eingezogen wurden, lastete der Alltag daheim auf den Schultern der zurück gebliebenen Frauen, Kindern und Alten. Die Autorin Christa Grothe, Jg. 1951, liest aus den Feldpostbriefen von Heinrich Bertram, einem 24-jährigen Landwirt aus Niedersachsen. Durch den engen Briefwechsel zwischen ihm, seiner Stiefmutter und seinen drei jüngeren Schwestern entsteht ein einzigartiges Kaleidoskop. Es veranschaulicht sowohl das schwierige Leben auf dem Hof und im Heimatdorf als auch das Kriegsgeschehen.
EC Am Goldgraben03.12.201415:30GEDENKEN ANDERS DENKENKristina Blömer, Jg. 1983, Regionalbeauftragte Hessen Nord im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.,Am Goldgraben 14, 37077 GöttingenArbeit für den Frieden - „Versöhnung, Verständigung, Freundschaft – Arbeit für den Frieden“ dieser Text ist auf den Plakaten des Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. zu lesen. Viele Menschen wissen nur wenig über diese Arbeit für den Frieden, ordnen sie gar eher militärischer als pazifistischer Arbeit zu. Doch der Wertewandel, den es seit der Gründung im Jahr 1919 innerhalb des Volksbunds gab, ist unübersehbar. Kristina Blömer, Jg. 1983, Regionalbeauftragte Hessen Nord im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., wird über Friedens-, Bildungs-, Jugend- und historische Arbeit, gemeinsames Gedenken und die Geschichte des Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. sowie über ihre eigenen Bezüge zum Thema erzählen.
EC Am Goldgraben12.11.201417:00ICH HATTE EINEN SCHIEßBEFEHLAutor Paul Küch, Jg. 1963Am Goldgraben 14, 37077 GöttingenGezählte Tage im Eichsfeld - Der Autor Paul Küch, Jg. 1963, schildert den Alltag eines DDR-Grenzers aus seinem persönlichen Erleben: Sein einjähriger NVA-Grenzdienst wurde von ihm nach der Grundausbildung im Eichsfeld abgeleistet. Zwischen den Buchdeckeln von „Ich hatte einen Schießbefehl“ liegen 22 Lebensjahre. Paul Küch schildert persönliche Schwächen aus Kindheit und Schulzeit, erläutert, wie er als 20-jähriger Wehrpflichtiger mit dem Schießbefehl leben musste und bleibt in der Einschätzung dessen, was das System von ihm abverlangte, authentisch und konkret. Der Autor liest selbst Auszüge aus diesem Zeitzeugenbericht besonderer Art und steht im Anschluss zum Gespräch zur Verfügung.
EC Am Goldgraben05.11.201415:30ALS BAUSOLDAT IN PRORADr. Stefan Wolter, Historiker und AutorAm Goldgraben 14, 37077 GöttingenZwangsarbeit in der DDR!? Stefan Wolter, Jg. 1967, hat sich 1986 bei der Musterung der NVA aus Glaubens- und Gewissensgründen entschieden Bausoldat zu werden. Seit 1964 war es in der DDR möglich, diesen Dienst ohne Waffe innerhalb der NVA zu wählen. Nur wenige Männer entschieden sich für diesen von Schikanen und harter, oft auch gefährlicher Arbeit geprägten Weg, gesellschaftliche Ächtung und berufliche Nachteile in Kauf nehmend. Im Erzählcafé wollen wir mit Dr. Stefan Wolter, Historiker und Autor, über seine Zeit als Bausoldat, aber auch über diese längst nicht aufgearbeitete bzw. gern verschleierte DDR-Geschichte ins Gespräch kommen. Einige seiner Bücher zu dieser Thematik werden vorgestellt.
EC Am Goldgraben03.09.201415:30ES WAR EINE WELT FÜR SICH - Leben im und Abschied aus dem RiesengebirgeHanna Schröter, Jg. 1924Am Goldgraben 14, 37077 GöttingenMit ihren 90 Jahren kann sich Hanna Schröter, Jg. 1924, sehr gut an Kindheit, Jugend und Erwachsensein im damaligen Bad Warmbrunn, Niederschlesien, erinnern. Allmählich drang die Naziideologie in den idyllischen, seit dem Mittelalter beliebten Kurort. Der Krieg spielte sich lange weit weg ab und die als sicher geltende Gebirgsregion war für viele Deutsche „der Luftschutzkeller Deutschlands“. Nach Kriegsende wurde aus Bad Warmbrunn das polnische Cieplice Śląskie-Zdrój. Um nicht die offizielle Ausweisung abwarten zu müssen, machte sich Hanna Schröter 1946 allein in eine unbekannte Zukunft auf den Weg. Hanna Schröter erzählt in diesem Erzählcafé über den Verlust der Heimat und über einen neuen Anfang.
EC Leineberg20.05.201416:00 UhrDie Suche nach dem Dach über dem Kopf - Wohnungssuche im Wandel der ZeitFrau Klemke (Mitarbeiterin städt. Wohnungsbau GmbH), Frau Meyer (ehem. Mitarbeiterin städt. Wohnungsbau GmbH)Stadtteilbüro Leineberg, Allerstraße 32Unser monatliche Erzählcafé beschäftigt sich diesmal schwerpunktmässig mir der Wohnungsuche. Frau Klemke und Frau Meyer von der Städtischen Wohnungsbau GmbH werden die Veranstaltung moderieren und amüsante Anekdoten und interessantes Hintergrundwissen zum Thema beisteuern. Neben der Wohnungssuche wird es auch um das Leben im Leineberg im Allgemeinen und um seine Veränderungen im Laufe der Zeit gehen. Gern können Sie alte und neue Fotos mitbringen, die das Leben im Stadtteil zeigen.
EC Nikolausberg14.05.201416:00Der Klosterkrug - DIE DorfkneipeMarita Hillmann (Jg. 1954), Achim Hillmann (Jg. 1946)Am Schlehdorn 2, Familienzentrum, NikolausbergIn den gut 38 Jahren von 1974 bis 28.2. 2013 haben Marita und Achim Hillmann (Jg. 1954 und Jg. 1946) die ‚Kneipe‘ bewirtschaftet. Sie erzählen von ihren vielen Erlebnissen die sie während dieser Zeit gesammelt haben.
EC Leineberg15.04.201416:00 UhrSeelsorge in der LukaskircheWolfgang Friedl, kath. Pastoralreferent in der LukaskircheLukaskircheGut versteckt auf dem Leineberg gibt es eine Sehenswürdigkeit , die kaum im Bewusstsein vieler GöttingerInnen vorhanden ist - die Lukaskirche auf dem Gelände des Asklepios Klinikums. Wir wollen sie einen Nachmittag in den Fokus unserer Aufmerksamkeit rücken. Ein weiterer wichtiger Aspekt der Führung wird das Thema Seelsorge sein, diese spielt eine bedeutende Rolle im Klinikalltag.
EC Am Goldgraben02.04.201415:30Die Kraft des LachensRita Dornieden (Jg. 1951)Am Goldgraben 14, Göttingen„Lachen ist die beste Medizin und ein Geschenk des Lebens“. Das weiß auch Rita Dornieden, Jg. 1951. Sie erzählt uns wie sie zum Lachyoga kam und warum die so positive Wirkung des Lachens auf Körper, Geist und Seele unabhängig vom Grund des Lachens ist. Am ersten April werden Streiche gespielt und Scherze gemacht. Einen Tag danach laden wir dazu ein, über das Lachen zu erzählen. Lachend geht alles leichter! Wir werden uns auf das Lachen besinnen, die ein oder andere Übung ausprobieren und uns vom Lachen anstecken lassen. Wann haben Sie das letzte Mal so richtig herzhaft gelacht, sich vom Lachen anderer anstecken lassen?
EC Am Goldgraben05.03.201415:30Doris Thomson - Eine Biographie gegen das Bild der ZeitDoris Thomson (Jg. 1924)Am Goldgraben 14, GöttingenEine Kindheit in Estland, Innenarchitektur-Studium in Posen, Flucht und Vertreibung während des zweiten Weltkriegs, Au-Pair in Schweden, als Schiffsköchin durch das Eismeer. Doris Thomson, Jg. 1924, hat in 89 Jahren viel erlebt, das sie während des Erzählcafés mit uns teilen möchte.
EC Am Goldgraben12.02.201415:30Ein bewegtes Leben - Ein junger Arzt in Zeiten des KriegesDr. Horst Haferkamp (Jg. 1941), Dr. Bruno Kottwitz (Jg. 1916)Am Goldgraben 14, GöttingenDie Biografie von Dr. Bruno Kottwitz, Jg. 1920, ist mehr als ereignisreich. Das Leben bescherte ihm Kontakt mit Menschen und führte ihn an Orte, die die deutsche (Medizin-)Geschichte prägten. Zusammen mit Dr. Horst Haferkamp, Jg. 1941, Chirurg und Medizinhistoriker, wird er über viele Stationen seines Lebens berichten.
EC Am Goldgraben05.02.201415:30Tierische Therapeuten - Lernen von Esel und PferdHelgard Greve (Jg. 1953)Am Goldgraben 14, GöttingenHelgard Greve, Jg. 1953, begleitet Begegnungen zwischen Mensch und Tier. Dabei nutzt sie die soziale und kommunikative Kompetenz von Tieren um mit Menschen zu arbeiten. Helgard Greve wird uns berichten, wie sie zu dieser Arbeit fand und was diese auszeichnet. Auch wir werden uns sicher an das ein oder andere prägende Erlebnis mit Tieren erinnern.
EC Am Goldgraben22.01.201415:30Mein geliebter Großvater... Ich wünschte er hätte sich verweigertDaniel GaedeAm Goldgraben 14, GöttingenWelche Spielräume gab es während des Nationalsozialismus? Wer hat diese wie genutzt? Welche Wertvorstellungen waren ausschlaggebend für dieses Verhalten? Wie können die Nachgeborenen die Vergangenheit mit Blick auf Gegenwart und Zukunft so thematisieren, dass ein tieferes Verständnis füreinander entwickelt und Normen für das eigene Verhalten fundiert werden können? All diese Fragen möchte Daniel Gaede mit seinem Vortrag und der anschließenden Diskussion beleuchten.
EC Am Goldgraben08.01.201415:30Ein deutsches Kriegskind und sein schwieriger Platz in der VolksgemeinschaftDr. Katja LangenbachAm Goldgraben 14, GöttingenDie unterschiedlichen Erfahrungen die Kriegskinder innerhalb Deutschlands gemacht haben, werden oft vergessen. Das Wissen über die vielen individuellen Schicksale kann uns aber helfen, diese Zeit besser zu begreifen. Dr. Katja Langenbach wird von ihrem Leben während der Zeit des Nationalsozialismus erzählen und berichten, was es bedeutete einen - wenn auch getauften - jüdischen Vater zu haben. Auch nach Kriegsende 1945 blieb viel Gedankengut aus der Vergangenheit in der Gesellschaft lebendig, wurde nicht aufgearbeitet und prägte somit das weitere Leben unserer Erzählerin.
EC Am Goldgraben07.01.201415:30TRUG & SCHEIN – Ein BriefwechselAm Goldgraben 14, 37077 GöttingenEine kritische Begegnung mit dem Alltag im Nationalsozialismus - Trug & Schein folgt dem Briefwechsel von Roland Nordhoff und Hilde Laube. Zwei ganz gewöhnliche Deutsche, die sich im Kirchenchor begegneten. Sie ist 1920, er 1907 geboren. Sie gehört dem Proletariat, er dem Bürgertum an. Beide sind evangelisch und gläubig. Aber wie stehen sie zum Nationalsozialismus, zu Krieg, Literatur, Ehe, Geschlechterrollen? Ihre Briefe erzählen über Gott und die Welt und bieten so die Möglichkeit, zeitgenössische Perspektiven auf den Alltag im Nationalsozialismus und den Zweiten Weltkrieg einzufangen. Diese Möglichkeit nutzt ein generationenübergreifendes Praxisprojekt des Seminars für Mittlere und Neuere Geschichte der Universität Göttingen und des Göttinger Zeitzeugenprojekts. Die Briefe werden von Studierenden, also der Kriegs-Enkel- und Urenkelgeneration gelesen. Gemeinsam möchten wir mit Ihnen zu Themen wie Erinnerung, ZeitzeugInnenschaft und Geschichtsvermittlung ins Gespräch kommen.
EC Am Goldgraben04.12.201315:30Päckchen packen!Brigitte BeinlichAm Goldgraben 14, GöttingenPakete und Päckchen: Sie können Freude bereiten und materielle Not lindern. CARE-Pakete die nach Ende des Zweiten Weltkrieges verschickt wurden oder auch Westpakete, die Westdeutsche an Familienangehörige und Freunde in der DDR sandten, lösten Freude aus. Auch heute werden, insbesondere in der Weihnachtszeit, zahlreiche Päckchen gepackt und verteilt. Die Gründe sind unterschiedlich. Gemeinsam ist allen jedoch die Freude, die Päckchen auslösen – beim Packen, Verschenken und Verteilen ebenso wie beim Erhalten. Wer sich beschenken lassen möchte, ist herzlich eingeladen sich bei diesem Erzählcafé überraschen zu lassen.
EC Leineberg19.11.201316:00 UhrRund um den Keks - Gespräche in der WeihnachtsbäckereiStadtteilbüro Leineberg, Allerstraße 32In der Weihnachtszeit dürfen Kekse und Plätzchen nicht fehlen! Deshalb lädt das Erzählcafe herzlich zum gemeinsamen Plätzchenbacken in geselliger Runde ein. Bitte bringen Sie vorbereitete Teige mitbringen, sowie eigene Backutensilien wie Rollholz und Ausstecher! Nebenbei gibt es die Gelegenheit zum Austausch über das eigene Lieblingsrezept und über das Backen im Allgemeinen. Neugierige Naschkatzen sind hierbei gerne willkommen!
EC Am Goldgraben14.11.201317:30Queer leben - queer altern?!Jacqueline, Klaus und KatrinAm Goldgraben 14, GöttingenWelche Lebens- und Wohnsituation strebe ich für meinen Ruhestand an? Was brauche ich, um im Alter gut versorgt zu sein? Zu dieser Frage kommen mehrere homo- beziehungsweise transsexuelle ErzählerInnen miteinander ins Gespräch. Sie berichten über Erfahrungen mit dem Älterwerden und über ihre Vorstellungen und Wünsche zum Wohnen und Leben im Alter.
EC Am Goldgraben09.11.201316:00Fokus verändern, (Blick)Winkel weiten, Möglichkeiten ausleuchten…Thomas Lanz, Jg. 1955Am Goldgraben 14, GöttingenDer Fotograf Thomas Lanz, im ursprünglichen Beruf Sozialarbeiter, erzählt von seinen Erfahrungen mit einer Neuorientierung im “besten Alter“ und der wiederentdeckten Kreativität und Lebensfreude.
EC Am Goldgraben06.11.201315:30Das Grüne Band Eichsfeld-Werratal – eine Chance für die Region?!Holger Keil, Jg. 1967Am Goldgraben 14, GöttingenFast 40 Jahre lang teilte der Eiserne Vorhang Europa. Die Unmenschlichkeit dieser Grenze zeigte sich am stärksten in Deutschland. Gleichzeitig gab diese Grenze der Natur eine über 30-jährige Atempause. Ein einzigartiges Biotopverbundsystem bekannt als das Grüne Band entstand. Naturschutzgroßprojekte wie dieses brauchen den Dialog mit den Menschen und Körperschaften in der Region, um die unterschiedlichen Interessen der Beteiligten tragfähig zu verbinden. Holger Keil wandert mit uns erzählend durch dieses spannende und vielseitige Thema.
EC Am Goldgraben02.10.201315:30Bräuteschulen und FrauenbildHannelore MannAm Goldgraben 14, GöttingenAuch in den 80er Jahren gab es in der evangelischen Kirche noch so genannte Bräuteschulen, die zu diesem Zeitpunkt aber nicht mehr nur von angehenden Pfarr- oder Missionarsfrauen besucht wurden, sondern von jungen Frauen aus den verschiedensten Berufen. Hannelore Mann, Jg. 1942, hat in Hermannsburg 25 Jahre eine solche Schule mit internationalen Teilnehmerinnen geleitet und berichtet von Ihren Erlebnissen, Erfahrungen und dem Werdegang der Frauen.
EC Am Goldgraben21.09.201315:30Hoch hinaus – ein Ballonfahrer erzähltMichael MaderAm Goldgraben 14, GöttingenMichael Mader, Jugendsozialarbeiter aus Bielefeld, entschied sich im “besten Alter“ seinen Ballonführerschein zu machen, die Welt von oben zu betrachten und neue Möglichkeiten für einen Perspektivwechsel zu erschließen. Neben unterschiedlichen Einblicken in Beweggründe, Erfahrungen und Gefühle in luftiger Höhe, wird es die Möglichkeit geben am 22.09. eigene Erfahrungen bei einer Fahrt in seinem Ballon zu machen.
EC Leineberg20.09.201316:00 UhrSport und PsychiatrieFrank Müller-GerstmeierStadtteilbüro Leineberg, Allerstraße 32Beim Erzählcafé \"Sport und Psychiatrie\" berichtetFrank Müller-Gerstmaier (Leiter des Sozialzentrums im Asklepios Fachklinikums Göttingen und Vorsitzender des Sozialpsychiatrischen Volleyball-Clubs Göttingen - COME TOGETHER g. e. V.) über Sport und seine große Bedeutung für unser seelisches Wohlbefinden. Anschließend gibt es die Gelegenheit zum Austausch über eigene Erfahrungen mit der Bedeutung von Sport in Krisensituationen.
EC Am Goldgraben05.09.201314:30 - 18:30„Pilze gut zu sammeln - das habe ich von Opa Max gelernt!“Michael JasperSpätsommer und Herbst – die Hoch-Zeit des Pilze sammeln! Michael Jasper, der Initiator der Freien Altenarbeit, hat dieses Faible von seinem sehr erfahrenen und naturkundigen Großvater Max Scholz „geerbt“. Der wunderschöne Solling, in dem wir unser Glück versuchen, stellt bewusst keine großen Anforderungen an unsere Kletterkünste. Im Anschluss an die Suche werden die Pilze gemeinsam in der Küche der Alten-WG, Am Goldgraben zu einem Gaumenschmaus verarbeitet.
EC Am Goldgraben04.09.201315:30Meine Erinnerungen an Umsiedlung und Flucht 1939 bis 1945Hannelore SperlingAm Goldgraben 14, GöttingenHannelore Sperling, Jg. 1922, geboren in Riga, berichtet über die Folgen des Hitler-Stalin-Paktes, welche die damals 17-jährige zusammen mit ihrer Mutter und zwei Geschwistern erlebte. Sie schildert ihren Weg der Umsiedlung nach Posen und ihre Flucht über Berlin nach Westdeutschland.
Café Grenzenlos07.08.201315:30Frauen auf der Walz – Alte Berufsbilder im WandelMichaela KleemannAm Goldgraben 14, GöttingenMichaela Kleemann wird uns aus ihrem Leben als (Teilzeit-) Schäferin in einer Großschäferei mit 1000 Mutterschafen berichten. Wir lernen den Alltag einer Hüteschäferei kennen, deren Hütegebiet sich von Göttingen bis Pöhlde und Osterode bis Northeim erstreckt. Zusammen entdecken wir einen „alten“ Beruf neu, erfahren viel über ein naturverbundenes Leben und Arbeiten und fragen uns, wie Frauen alte Berufe beleben und bereichern können.
EC Am Goldgraben09.01.201315:30Sinti und Roma Wie erinnern wir die Geschichte ihrer Verfolgung im Nationalsozialismus?Monika Kos-Rochlitz, Boris ErchenbrecherAm Goldgraben 14, GöttingenMonika Kos-Rochlitz, in Göttingen in den 50e und 60er Jahren als Sintezza aufgewachsen, wird aus ihrer Perspektive als 2. Generation von KZ- Überlebenden erzählen können. Zusammen mit Boris Erchenbrecher, wird sie in diesem Erzählcafe die oft vergessene Geschichte dieser Opfergruppe der Nationalsozialistischen Verbrechen vermitteln.
EC Am Goldgraben09.11.201215:309. November 1938 in GöttingenAm Goldgraben 14, GöttingenDas Erinnern und Gedenken an die Opfer des Holocausts verändert sich: Die Zeitzeugen, die die Ereignisse damals miterlebt haben, werden immer weniger. Deshalb suchen wir für dieses „außerordentliche“ Erzählcafé Zeitzeugen, die die Reichspogromnacht in Göttingen, den Brand der Synagoge, erlebt haben oder auch deren Nachfahren, die über Erzählungen ihrer Vorfahren berichten können. Wir laden Sie herzlich ein, an diesem Nachmittag Ihre Erinnerungen einzubringen! Außerdem werden wird Zitate eines Zeitzeugen-Projektes der Göttinger Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit (Schriftenreihe, Heft 5, 2009) hinzuziehen. Zusammen mit den Teilnehmer/innen einer Erzählcafé-Moderations-Fortbildung möchten wir folgenden Fragen nachgehen: • Wie und was erinnern die Nachkommen der Erlebnisgeneration? • Wie kann das Gedenken lebendig an Jugendliche weitergegeben werden?
EC Am Goldgraben05.09.201215:30Den Teufel auf die Schippe nehmenHeide Harney, Jg. 1940Am Goldgraben 14, GöttingenDie Autorin, Scherenschnittkünstlerin und Performerin Heide Harney, Jg. 1940, spricht über die Rolle des Schreibens in ihrem Leben. „Der Teufel, das sind die Ängste vor dem Alter und die Zwänge der Gesellschaft. Auf der Schippe soll der Teufel tanzen und sich tot lachen. Mein Schreibstift ist Taktstock und Kitzelfeder“ schreibt Heide Harney. Sie wird Texte aus ihren Büchern vorlesen und aus ihrem bewegten Leben erzählen.
EC Am Goldgraben19.06.201214:30Handel im WandelMargareta HultschAltes RathausIm Leineberger Erzählcafé entstand die Idee: Im Rahmen einer Stadtführungen wollen wir zusammen mit der Stadtführerin Margareta Hultsch Erinnerungen an Göttinger Geschäfte beleben. Wir starten in der Halle des Alten Rathauses mit einer kurzen Einführung in Göttingens landwirtschaftlich geprägte Geschichte als Hanse- und Handelsstadt. Wir werden dann bei einem Gang durch die Weender Straße und ihren Nebenstraßen zu vielen Häusern ihre wechselvolle Handelsgeschichte hören. Neu hierbei: Viele von Ihnen sind als Kunden ehemaliger Geschäfte wertvolle Zeitzeugen. Sie mögen Ihre Erinnerungen während der Führung einbringen. So erhalten wir ein buntes Kaleidoskop.
EC Am Goldgraben02.05.201215:30Bücherscheune KatlenburgPfarrer Westkott Jg. 1951Am Goldgraben 14, GöttingenIn einer einzigartigen Rettungsaktion hat Pfarrer Westkott zusammen mit Helfern ab 1991 Hunderttausende zur Vernichtung bestimmte Bücher der ehemaligen DDR nach Katlenburg gebracht. In der sogenannten „Bücherscheune“ werden diese Bücher jeden Sonntag von 10.30 – 12.30 Uhr gegen eine Spende für „Brot für die Welt“ an Interessenten abgegeben. Pfarrer Westkott, der inzwischen viele Preise und sogar das Bundesverdienstkreuz erhalten hat, wird im Erzählcafé von seiner Arbeit berichten und mit uns ins Gespräch kommen.
EC Am Goldgraben04.04.201215:30Die Biographie eines BiographieforschersPeter Alheit, Jg. 1946Am Goldgraben 14, GöttingenPeter Alheit, geboren 1946 in einer nordhessischen Kleinstadt, interessierte sich schon als Schüler für soziale Fragen. Nach seinen Studien der Theologie, Philosophie, Soziologie und Erziehungswisschenschaften folgt eine Ausbildung zum Sozialarbeiter. Er konnte immer wieder praktische Erfahrungen sammeln: als Vikar in Kassel, in der Jugendgerichtshilfe und in der Arbeit mit Obdachlosen. Seine erste Professur führte ihn 1977 nach Bremen, mit dem Schwerpunkt nicht- institutionelle Erwachsenenbildung, wo er die Veränderungen im Arbeiterleben erforscht und erstmals die Biographien von Arbeiterveteranen rekonstruiert. Nach und nach baut er ein Netzwerk internationaler Kontakte zur Biographieforschung auf und lehrt Mitte der 1994/95 als Humboldt-Professor an der Universität in Roskilde/Dänemark. 1998 folgt er einem Ruf nach Göttingen an den Lehrstuhl für Allgemeine Pädagogik mit dem Schwerpunkt Außerschulische Pädagogik. Aufgrund der inhaltlichen Nähe konnte die Freie Altenarbeit Peter Alheit ab 2000 für Theorie-Praxis-Projekte rund um die Biographiearbeit gewinnen. Auf Bitte des Vereins stellt er sich für den Vereinsvorsitz zur Verfügung und gestaltet in dieser Funktion seit 2003 zusammen mit den Vorstandsmitgliedern und dem FAG-Team Projekte und Profillinien der Vereinsarbeit. Welche Verbindungen gibt es zwischen seinem wissenschaftlichen Ansatz und der Biographiearbeit unseres Vereins? Was war seine Motivation, neben der Universitätsarbeit sich in unserem Verein zu engagieren?
EC Am Goldgraben04.01.201215:30Zeugen Jehovas und ihre Verfolgung im NationalsozialismusRenate Bekheet, Roland MüllerAm Goldgraben 14, GöttingenWeil sie nicht ‚Heil Hitler’ sagten und den Kriegsdienst ablehnten, wurden die Zeugen Jehovas schon 1933 von den Nazis verfolgt und in deren neu errichteten Konzentrationslagern inhaftiert. Der Vater unserer Zeitzeugin, Renate Bekheet (geboren 1931), kam als \\"Bibelforscher\\" zunächst ins Gefängnis und wurde dann 1936 in das KZ Buchenwald überführt. Ihre Mutter verbrachte zwei Jahre im Zuchthaus und kam ohne Prozess 1939 in das Frauen-KZ Ravensbrück. Renate Bekheets Eltern überlebten, aber die Unterdrückung hörte für die Familie nicht auf. Zusammen mit dem freien Journalisten Roland Müller wirft Frau Bekheet einen Blick auf den Leidensweg dieser viel zu selten wahrgenommenen Opfergruppe des NS-Regimes.
EC Am Goldgraben02.11.201115:30Vom Dableiben und Weggehen...Christel Kinzel, Jg. 1937 und Ludwig Pape, Jg. 1947Am Goldgraben 14, GöttingenDas Obereichsfeld, früher am Rande der „sozialistischen Welt“ gelegen, geriet durch die Wiedervereinigung ins Zentrum von Deutschland und durch den Papstbesuch im September für kurze Zeit sogar in den Blickpunkt der ganzen Welt. Jahrhunderte alte, durch den Katholizismus geprägte und schließlich durch den Sozialismus herausgeforderte Werte und Traditionen müssen sich seit über zwanzig Jahren im vereinten Deutschland bewähren oder auch ändern. Wie haben die Menschen im Obereichsfeld die DDR erlebt? Und wie kommen sie mit dem Kapitalismus und der zunehmenden Globalisierung zurecht? Was sind heute ihre Visionen? Einige Eichsfelder haben zu DDR-Zeiten die Region oder sogar das Land verlassen. Manche haben dabei an der innerdeutschen Grenze sogar ihr Leben aufs Spiel gesetzt. Hat sich dieser Einsatz für die Betroffenen gelohnt? Wir wollen in diesem Erzählcafé mit „Dagebliebenen“ und „Fortgegangenen“ ins Gespräch kommen.
EC Am Goldgraben05.10.201115:30Von der Lochkarte zum MikrochipHoward Schultens, Jg. 1940Am Goldgraben 14, GöttingenSein Weg in die binäre Welt begann mit 12 Jahren, als ihm zum Geburtstag ein Elektronik-Baukasten überreicht wurde. Howard Schultens, 1940 in Portland, Oregon, USA geboren, kam nach einem IBM-Sommerkurs so richtig auf den Geschmack und lernte die Grundlagen des Programmierens anhand der Lochkarte. 1963 kam er mit Familie nach Göttingen und stieg bei den Aerodynamischen Versuchsanstalten (AVA) als junger Programmierer ins Berufsleben ein. Er kann uns sehr anschaulich den Unterschied zwischen Röhren-, Transistor und Chiprechner erklären und wie die Entwicklung vom Riesen-Computer zum Personal-Computer mit Internet-Anschluß verlief. In der Diskussion wollen wir auch darüber sprechen, auf welche Weise Computer fast alle Bereiche unseres Lebens verändern und manchmal unsichtbar im Hintergrund wirken.
EC Am Goldgraben15.09.201119:00Gemeinsam schaffen wir alles - Frauenleben im Süden Tansanias Leben mit HIV/AidsGöttingerin Claudia Zeising, Pfarrerin Melania Mrema KyandoAm Goldgraben 14, Göttingen\"Pamoja Tunaweza\" bedeutet frei übersetzt: \"gemeinsam können wir alles schaffen\" und ist zum Schlagwort der Frauengruppen im Süden Tansanias geworden. Wege aus der Armut finden, sich im Kampf gegen HIV/Aids engagieren, sich gegenseitig Mut machen und sich vernetzen – dies beschreibt die Frauenarbeit der Moravian Church (Herrnhuter Brüdergemeine) im Süden Tansanias. Das Leben in der ländlich geprägten Südprovinz ist sehr traditionell. Die meisten Menschen sind selbstversorgend und haben kein zusätzliches regelmässiges Einkommen. Die Frauen sind von früh bis spät auf den Beinen, um ihre Familie zu ernähren. Bereits in jungen Jahren müssen Mädchen auf dem Feld und im Haushalt helfen und hier vor allem ihre jüngeren Geschwister hüten. Frauenarbeit ist daher immer auch Mädchenarbeit und hat viele Facetten. So versucht die Frauenabteilung nicht nur verschieden Generationen von Frauen zusammenzubringen, sondern auch die Frauen zu ermutigen Freud und Leid miteinander zu teilen. Gemeinsamkeit macht stark.
EC Am Goldgraben07.09.201115:30„Jede Oma zählt!“ Großmütter in Afrika übernehmen VerantwortungModeratorin Regina Meyer betrachtet mit den ZuhörerInnen Bilder der Ausstellung \"Stille Heldinnen\"Am Goldgraben 14, GöttingenDie Ausstellung „Stille Heldinnen - Afrikas Großmütter im Kampf gegen HIV/Aids“ ist vom 23. August bis 20. September im Foyer des Neuen Rathauses Göttingen zu sehen. „HelpAge Deutschland“ zeigt mit dieser Ausstellung, dass Altern weltweit viele Facetten haben kann und oft Armut und Not bedeutet. Deshalb unterstützt HelpAge Projekte in Afrika, die Großeltern hilft, ihre an Aids sterbenden Kinder und die Enkelkinder zu versorgen. Mehr als die Hälfte der 12 Millionen Aids-Waisen in Afrika wachsen bei ihren Großeltern, meist den Großmüttern, auf. Schirmherrin der Kampagne „Jede Oma zählt!“ ist die Schauspielerin Hannelore Hoger. Im Erzählcafé Am Goldgraben möchten wir den Blick über den eigenen Tellerrand richten und uns einige der in der Ausstellung portraitierten Großmütter genauer anschauen: Was berichten sie über ihren Alltag? Wie bewältigen sie diese Herkulesaufgabe überhaupt? Welche Unterstützung gibt HelpAge? Wie können wir helfen?
EC Am Goldgraben04.05.201115:30„Vom Nahrungsmittel zum Lebensmittel“ Über den Wert des EssensSafia Eshra, Jg. 1958 und Dinah Epperlein, Jg. 1957Am Goldgraben 14, GöttingenDinah Epperlein von der Slow Food Bewegung bedauert, dass wir schon viele Wurzeln unserer ursprünglichen Esskultur zerstört haben. Zusammen mit der von ihr gegründeten Slow Food Regionalgruppe setzt sie sich für eine Kultur des Essens ein, die mit fairen Arbeitsbedingungen bei der Produktion von Lebensmitteln beginnt und mit der Forderung nach Nachhaltigkeit, guten Geschmack und würdevollen Verzehr von Lebensmitteln noch lange nicht aufhört. Safia Eshra hat als eine aus Ägypten stammende Muslimin ein vom Koran geprägtes Verständnis von Essen. Sie achtet Pflanzen und Tiere, die durch den Koran besondere Bedeutung bekommen. So freut sie sich z.B. ein Bienenprojekt in Grone zu betreuen, da der Biene im Koran eine besondere Stellung zukommt. Sie hält Essvorschriften ein und verzichtet auf Schweinefleisch und Alkohol. Ihr Leben ist geprägt von religiösen Festen und besonderen Zeiten, bei denen das Essen ebenfalls eine große Rolle spielt. Welchen Wert messen Sie der Gewinnung, Zubereitung und dem Verzehr von Lebensmitteln bei?
EC Am Goldgraben06.04.201115:30„Die Geschichte der Anderen“ Begegnung mit der NS-Vergangenheit in einer EinwanderungsgesellschaftMarianne Piet, Jg. 1958Am Goldgraben 14, GöttingenSeit letztem Jahr trifft sich im Goldgraben eine Gruppe von Göttingern, die ihre sehr verschiedenen Einwanderungsbiographien aus u.a. Polen, Frankreich, Griechenland, Afghanistan und USA austauschen. Bei allen spielt der Nationalsozialismus eine Rolle. Die Französin Marianne Piet kam in den 1990er Jahren nach Göttingen – der Liebe wegen. Das Leben im „Land der Täter“ war bislang noch kein bewusstes Thema, obwohl ihre Eltern während des Zweiten Weltkrieges in der „Französischen Résistance“ waren und von den Nazis interniert wurden, ihre Mutter in Ravensbrück und ihr Vater in Dachau. Was waren die ersten Eindrücke von Deutschland, welche \"Vorurteile\" wurden bestätigt bzw. revidiert? Was hat ihr besonders gefallen, besonders geholfen, um in Göttingen \"anzukommen\"? Und wie geht sie heute mit der eigenen und der deutschen Vergangenheit um?
EC Am Goldgraben02.03.201115:30„Das Unpolitische politisch“Sigrid Kluth, Jg. 1937Am Goldgraben 14, GöttingenSigrid Kluth, Jg. 1937, erzählt anhand ihres Buches „Meiner Väter Zeit“ , die Geschichte ihrer Familie 1910-1949. Den reichen Nachlass ihrer Eltern hat sie in einer kritischen, dokumentarischen Familiengeschichte für den so folgenschweren Zeitraum verarbeitet. Auch ihre sozial engagierten, liebevollen Eltern und Großeltern, die in Hann. Münden lebten, waren in naiver Gläubigkeit den nationalistischen Phrasen der NS-Propaganda verfallen. Die Autorin spürte anhand von Briefen und Tagebüchern möglichen Ursachen nach. Der Vater und der jüngste Bruder ihrer Mutter, von denen viele Feldpostbriefe vorliegen, fallen in Russland. Ein Freund, der im Widerstand war, wird zum zweiten Vater...
EC Am Goldgraben05.01.201115:30„Ich möchte vergessen, kann es aber nicht“Wiktorja Delimat, als Zwangsarbeiterin 1942 nach Deutschland verschleppt und Günther Siedbürger, Geschichtswerkstatt Duderstadt e.V.Am Goldgraben 14, GöttingenVom Bauernhof ihrer Familie in einem polnischen Dorf führt Wiktorja Delimats Deportationsfahrt zu einer großen Munitionsfabrik im „Dt. Reich“. Sie weiß nicht wo sie ist. Zweieinhalb Jahre dauert dieses Martyrium. Im Herbst 1942 kann sie fliehen. Kurz vor der Heimat wird sie von einer Reiterpatrouille aufgegriffen und es beginnt alles vorne. Mit LKWs und in Viehwaggons kommt sie in ein Durchgangslager nach Stockhausen in der Nähe von Göttingen. Als sie dort nicht mehr gebraucht wird, wird sie vom Arbeitsamt einem Hof in Ebergötzen zugeteilt. Sie hat Glück: Bei den Bachmanns wird sie gut aufgenommen und erhält sogar eine eigene Kammer.
EC Am Goldgraben01.12.201015:30Die Tafelbewegung - Armenspeisung oder sozialpolitische Notwendigkeit?Martina May, Jg.1956, Leiterin der Göttinger Tafel e.V.Am Goldgraben 14, GöttingenImmer mehr Menschen müssen mit sehr wenig Geld ihren Lebensunterhalt und den ihrer Kinder bestreiten. Oft wird am Essen gespart! Zugleich produzieren Lebensmittelhersteller täglich 20 % mehr Lebensmittel als gebraucht werden, um mögliche Engpässe sofort ausgleichen zu können. Dieser entstehende Überschuss ist einkalkuliert. Übrigbleibende Lebensmittel werden entsorgt oder seit 1992 in Deutschland von Mitarbeitern der Tafelbewegung direkt von den Supermärkten und Bäckereien abgeholt, um sie anschließend an Notleidende weiterzugeben. Ist diese Art von Mildtätigkeit gerechtfertigt und sogar notwendig in einer Gesellschaft, in der die Schere zwischen arm und reich immer mehr auseinander klafft? Oder ersetzt die Tafelbewegung Fürsorgeleistungen des Staates, denen dieser dann nicht mehr nachkommen muss? Gibt es Leute, die selbst an ihrer Armut schuld sind? Was empfinden wir für den Bettler, der direkt vor uns auf der Straße seine Hand aufhält? Welche Spuren hinterlässt die Wegwerfgesellschaft in unserem privaten Leben?
EC Am Goldgraben25.10.201019:00Die Zukunft der Vergangenheit - Zwei Familien, zwei Vergangenheiten - eine ZukunftUwe von Seltmann, Jg. 1964, Buchautor und freier Journalist, KrakauAm Goldgraben 14, GöttingenUwe von Seltmann hat das Leben seines Großvaters nachgezeichnet und in dem Buch „Schweigen die Täter, reden die Enkel“ öffentlich gemacht. Was er gegen den Widerstand von Teilen seiner Familie herausgefunden hatte, war in der Tat nicht angenehm: Großvater Lothar gehörte zum Stab von Odilo Globocnik, einem der brutalsten Massenmörder des Dritten Reiches. Er hatte Kontakt zu Heinrich Himmler und war 1943 an der Niederschlagung des Aufstands im Warschauer Ghetto beteiligt. Im Februar 1945 hat er vermutlich selbst seinem Leben ein Ende gesetzt. Von Gabriela von Seltmanns Großvater Michał Pazdanowski, dem Direktor einer Schule, ist bisher wenig bekannt. Warum war er im Konzentrationslager Majdanek inhaftiert? Wie ist er zu Tode gekommen? Wie konnte sich seine Frau mit drei kleinen Kindern vor den Nationalsozialisten retten? Gabriela und Uwe von Seltmann wollen es herausfinden, denn sie sind sich sicher: Ihre Familien stehen exemplarisch für viele andere Familien, die lernen müssen, mit den Geistern der Vergangenheit umzugehen. Nur wer die Vergangenheit kennt, kann auch die Zukunft gestalten – so wie es der Dichter Herrmann Hesse gesagt hat: „Es kehrt alles wieder, was nicht bis zu Ende gelitten und gelöst ist“.
EC Am Goldgraben06.10.201015:30Fremd und vertraut – zuerst der Blick und dann der Umzug nach „drüben“Roland Krysl (Jg. 1968) und Kathrin Paul (Jg. 1972)Am Goldgraben 14, Göttingen„Nun wächst zusammen, was zusammen gehört“ hieß es damals, als der Einheitsvertrag am 3.Oktober 1990 das seit dem II. Weltkrieg zerrissene deutsche Land offiziell wieder vereinigte. Wie ähnlich waren die beiden Länder und vor allem ihre Menschen zu diesem Zeitpunkt wirklich? In unserem Erzählcafé werden zwei damals junge Leute über ihre ersten Erfahrungen mit dem jeweils anderen Land vor der Wende und dem jeweils anderen Landesteil nach der Wende berichten. Roland Krysl ist nach der Wende von West- nach Ostdeutschland und Katrin Paul von Ost- nach Westdeutschland gezogen.
EC Am Goldgraben05.05.201015:30Vom Körnerladen zum BiosiegelBio-Bauer Michael Boyer,Jg. 1957, Dipl Agrar-IngenieurAm Goldgraben 14, GöttingenDie Biobranche boomt trotz Wirtschaftskrise: Der deutsche Biomarkt ist auch 2008 um 10% gewachsen, der Bio-Umsatz erhöhte sich nach Schätzungen auf 5,8 Milliarden Euro und der Anteil am Gesamtmarkt steigt auf ca. 3,5%. Michael Boyer ist seit 1986 in der Biobranche tätig - zuerst mit einem eigenständigen Bio-Gemüsebaubetrieb und heute mit zwei Einzelhandels- geschäften in Göttingen. Mit ihm sprechen wir über seine berufliche Entwicklung und seine Sicht auf die Biobranche in Göttingen.
EC Am Goldgraben07.04.201015:30„... und dann hat sie rübergemacht!“Frau Reichmuth, Jg. 1928Am Goldgraben 14, Göttingen„... und dann hat sie rübergemacht!“ - So wurde es genannt, wenn sich jemand entschloss, aus der SBZ (Sowjetisch besetze Zone) in den Westteil Deutschlands zu fliehen. Frau Reichmuth, Jahrgang 1928, entschloss sich damals zu diesem folgenschweren Schritt – was sie dazu bewogen hat, wie die Flucht organisiert wurde und wie sie sich ein neues Leben „im Westen“ aufbaute, davon wird sie in diesem Erzählcafe berichten.
EC Am Goldgraben06.01.201015:30Zivilcourage im Nazi-DeutschlandKlaus Reichmuth (Jg. 1924), ehem. Pastor von St. Johannis GöttingenAm Goldgraben 14, GöttingenKurz vor seinem Abitur in Stettin im Januar 1942, bekleidet in seinem Mantel der Hitler-Jugend, wurde Klaus Reichmuth von der Gestapo ins KZ Sachsenhausen gebracht. Sein „Verbrechen“: im Biologie-Unterricht eine Abschrift der Predigt des Bischofs von Galen aus Münster vorgelesen zu haben. Er hat so Widerstand gegen die Euthanasie alter und behinderter Menschen geleistet. Klaus Reichmuth, Jg. 1924, von 1967 bis 1989 Pastor von St. Johannis, Göttingen, wird uns berichten, wie er im KZ überleben konnte und wie dies seinen weiteren Lebensweg geprägt hat. Die Christliche Opposition seiner Eltern in Nazi-Deutschland spielt darin eine große Rolle.
EC Am Goldgraben02.12.200915:30„Wie sicher fühle ich mich?“Charlotte Lierse, Jg. 1927, und Norbert Esemann, Präventionsteam der Polizei GöttingenAm Goldgraben 14, GöttingenOft wird unterstellt, dass ältere Menschen sich in besonderem Maße gefährdet fühlen. Aber wie ist es tatsächlich? Wie sicher fühlen sich ältere Frauen und wie stark bestimmt die Furcht vor Kriminalität und Gewalt ihre Lebensgestaltung? Wir sprechen über Sicherheitsgefühle und Sicherheitslagen und Möglichkeiten des Umgangs damit. Erzählerinnen und Vertreter der Polizei sprechen zum Sicherheitsempfinden älterer Frauen.
EC Am Goldgraben04.11.200915:30„20 Jahre danach“ Grenzöffnung und Osterweiterung der EU aus Sicht junger ErwachsenerAnnette Rehfus (Jg. 1966) und Daniela Rothe (Jg. 1973)Am Goldgraben 14, GöttingenBerlin im November 1989: euphorische junge Menschen klettern über die Mauer. Aber wie erlebten die jungen Leute in der \"Provinz\" die Grenzöffnung? Und was machten sie danach mit ihren neu gewonnenen Freiheiten? Wie stehen sie zur Osterweiterung der EU? Zwei Erzählerinnen werden uns von ihren ersten fünf Jahren mit einer \"grenzlosen\" Zukunft berichten. Wir möchten auch andere Teilnehmer anregen, ihre individuellen Geschichten zu erzählen.
EC Am Goldgraben07.10.200915:30Schwung hält jung Sport und Bewegung im LebenslaufMargot Köhler (Jg. 1936), ASC GöttingenAm Goldgraben 14, Göttingen„Bewegung ist die beste Prophylaxe für ein gutes und langes Leben“ – so das Credo allerorten. Eine Fitnesswelle hat das Land fest im Griff und dennoch leiden viele unter Bewegungsarmut. Wir laden sowohl sportbegeisterte als auch bewegungsarme Zeitgenossen ein, um folgenden Fragen nachzugehen: Kulturgeschichtliche Stationen: Von der Wandervogelbewegung zur „Kieser-Generation“? Wie verändert sich unser Bewegungsbedürfnis im Verlauf des Lebens? Welche Rolle spielen Sportvereine? Bewegung und Sport im Alter
EC Am Goldgraben02.09.200915:30„Nie wieder Krieg! Gewerkschafter und Zeitzeugen zur Rolle des AntikriegstagesAngelika Ungerer (Jg. 1945) und Horst (Jg. 1934) u. Edda (Jg. 1935) PinneAm Goldgraben 14, GöttingenAm 1. September jährt sich zum 70. Mal der Überfall von Hitler-Deutschland auf Polen. Seit 1957 wird dieses Datum in der Bundesrepublik als Antikriegstag begangen. Gewerkschaften und Friedensgruppen organisieren Gedenkveranstaltungen und machen dabei auch auf aktuelle friedens- und gesellschaftspolitische Probleme aufmerksam. Im Mittelpunkt steht die Mahnung, dass von deutschem Boden nie wieder Krieg ausgehen darf. Ebenfalls 1957 haben 18 renommierte Atomwissenschaftler mit der „Göttinger Erklärung“ gegen die Aufrüstung der Bundeswehr mit Kernwaffen protestiert. Wir sprechen mit Zeitzeugen aus Gewerkschaft und Gesellschaft.
EC Am Goldgraben06.05.200915:30„Demenzkranken eine Stimme geben“ Erfahrungsberichte aus verschiedenen PerspektivenFamilie Kopp (Seniorenpflegezentrum Bovenden und Pflegeheim Wollbrandshausen), einer Angehörigen und einer LaienhelferinAm Goldgraben 14, GöttingenMenschen mit und ohne Demenz treffen im Alltag an vielen Orten aufeinander – und häufig kommen die „Gesunden“ mit dieser Situation nur schwer zurecht. Demenz – ein Krankheitsbild, das Angst macht. Ein aufgeklärter und kompetenter Umgang mit der Krankheit und den Betroffenen ist die richtige Antwort auf diese große persönliche und demographische Herausforderung. Am Informationsabend geben Inge Tödter (Laienhilfsdienst der Diakoniestation Göttingen) und Almuth Franz (Ärztin, Alzheimer Gesellschaft Göttingen) Einblicke in das Themenfeld und informiert u.a. über: Krankheitsbild, Abgrenzung zu normaler Vergesslichkeit, Diagnose, Behandlungs- und Versorgungs- möglichkeiten, Rolle der Angehörigen und mögliche Umgangsformen. Im Erzählcafé werden Angehörige und Laienhelfer über ihre Erfahrungen mit demenzkranken Menschen und die Bewältigung des Alltages sprechen. Familie Kopp leitet zwei Pflegeeinrichtungen in der Region und erhielt für ihre konzeptionelle Arbeit und für die vorbildliche Milieugestaltung für Menschen mit einer Demenzerkrankung zwei bundesweit anerkannte Auszeichnungen. Im Rundgespräch möchten wir auf die Rolle und Verantwortung des sozialen Umfeldes und der Kommune zu sprechen kommen.
EC Am Goldgraben01.04.200915:30Himmel & Hölle Alte Kinderspiele neu entdeckt?Am Goldgraben 14, GöttingenHimmel & Hölle Alte Kinderspiele neu entdeckt? … nein, hier meinen wir nicht das bekannte Kochrezept. Wir meinen die beiden Kinderspiele. Himmel und Hölle bezeichnet sowohl das Hüpfspiel (Hickelkasten) als auch das geschickte Falten eines Papieres zum Vorhersagen der Zukunft. Wie haben sich Kinderspiele verändert? Spiele für drinnen und draußen. Spielsachen früher und heute: Puppe, Teddy, Kreisel, Lego, Barbie. Wer sind die Spielgefährten? Welche Rolle nehmen die modernen Medien inzwischen ein?
EC Am Goldgraben04.03.200915:30Krise als Chance Bewältigungsstrategien in UmbruchphasenMäx Schwörer, Jg. 1963Am Goldgraben 14, GöttingenUmwege und Umbrüche sind in jedem Lebensweg zu finden. Die Herausforderung besteht darin, Lebenskrisen als Entwicklungs- chance zu sehen. Zusammen mit Mäx Schwörer, Jg. 1963 und anhand weiterer biographischer Erzählungen wollen wir zeigen: Wie können wir eine Krise als Lernerfahrung nutzen? Welche Bewältigungsstrategien können wir entwickeln?
EC Am Goldgraben07.01.200915:30Gedenkkulturen in DeutschlandHugo Rübesamen, Landesgedenkstättenverein Politische Memoriale e.V. Mecklenburg-Vorpommern und Dr. Dietmar Szedlaczek, KZ-Gedenkstätte MoringenAm Goldgraben 14, GöttingenAls der \"Eiserne Vorhang\" zwischen Ost und West-Europa vor zwanzig Jahren fiel, stiessen zwei unterschiedliche Kulturen aufeinander: zwei Wege, mit der nationalsozialistischen Vergangenheit in Europa umzugehen. In diesem Erzählcafe wollen wir die verschiedenen Gedenkkulturen in der BRD und der DDR bewusst rekonstruieren – vor allem um die darauf folgenden Entwicklungen in der Bundesrepublik seit dem 3. Oktober 1990 besser zu verstehen und würdigen zu können. Hugo Rübesamen, Landesgedenkstättenverein Politische Memoriale e.V. Mecklenburg-Vorpommern, dessen Großvater einer der Häftlinge war, die schon 1933 im Konzentrationslager Moringen wegen ihres Widerstandes gegen das NS-Regime inhaftiert und misshandelt wurden, und Dr. Dietmar Szedlaczek von der KZ-Gedenkstätte Moringen werden uns dabei unter-stützen.
EC Am Goldgraben03.12.200815:30Milchreis mit heißen Kirschen oder Gummibärchen mit Cola - Kulinarische Reise in die VergangenheitBirgit Schor, Gründerin des Primavera-Naturkost-PartyserviceAm Goldgraben 14, Göttingen„Essen wie bei Muttern zu Hause“ – die meisten Eßgewohnheiten werden in der Herkunftsfamilie geprägt. Je nach kulturellen, religiösen oder regionalen Gepflogenheiten können die „Geschmäcker“ sehr verschieden sein. * Lieblingsspeisen der Kindheit * Pausenbrot oder Hasenbrot? * \"Liebe geht durch den Magen\" oder wenn zwei Esskulturen zusammen kommen * Und dann kam die Biowelle…
EC Am Goldgraben05.11.200815:30So nah und doch so fern - Gemeinsamkeiten und Unterschiede in Ost-West-BiographienUrsula Apel, Jg. 1948, Ortsbürgermeisterin von TeistungenAm Goldgraben 14, Göttingen„Jetzt wächst zusammen, was zusammen gehört.“ Willy Brandt 1989 Inwieweit ist diese Prognose in Erfüllung gegangen? Wie habe ich das Jahr des Mauerfalls erlebt? Welche Veränderungen habe ich seit 1989 in meinem gesellschaftlichen Umfeld beobachtet? Was für „Brücken-Erlebnisse“ im Verhältnis zwischen Ost- und Westdeutschen gab es?
EC Am Goldgraben03.09.200815:30Klassentreffen - Schulalltag gestern und heuteElisabeth Lenz, Jg. 1952Am Goldgraben 14, GöttingenWer kennt dies nicht: Das Wiedersehen bei einem Klassentreffen nach vielen Jahren ist meistens eine bewegende und überraschend vertraute Begegnung. Die Lern- und Leidenszeiten der Schulzeit schweißen zusammen wie keine andere Lebensphase. In diesem Erzählcafé möchten wir die eigene Schulzeit vergegenwärtigen, um ein genaueres Bild von den Wirkungen dieser Schulerfahrungen zu erhalten. Mit ErzählerInnen der jüngeren und älteren Generation wagen wir auch einen Vergleich zwischen dem Schulalltag gestern und heute.
EC Am Goldgraben04.06.200815:30Burnout im Freiwilligendienst? Zu den Rahmenbedingungen von EhrenamtlichkeitFrau Böhnel-Rösch, Beraterin und Koordinatorin von freiwillig EngagiertenAm Goldgraben 14, GöttingenDas Burnout-Syndrom („Ausgebranntsein“) bezeichnet einen Zustand der totalen Erschöpfung. Ständige Frustration, Überlastung, zu hohe persönliche Erwartungen und Nichterreichen der eigenen Ziele können ein Bündel von Krankheitsbeschwerden hervorrufen. Bezogen auf den Berufsalltag ist das Burnout-Syndrom ein anerkanntes Krankheitsbild. Eine Leistungsgesellschaft, die aber immer mehr auf Freiwilligenarbeit setzt und deren Schnelllebigkeit auch dort um sich greift, sollte sich fragen: Wo liegen die Grenzen bei Freiwilligenarbeit? Wie kann Freiwilligkeit und Gesundheitsprävention im Ehrenamt berücksichtigt werden? Welche Rahmenbedingungen braucht Freiwilligenarbeit?
EC Am Goldgraben07.05.200815:30Rebellische Zeiten in Göttingen Die Generation der 68er und die Debatte um ihre FolgenProf. Dr. Martin Baethge, Jg. 1939, und Dr. Bärbel Kern-Lange, Jg. 1941Am Goldgraben 14, GöttingenDie Bewegung von 1968 markiert eine Zäsur in der deutschen Nachkriegsgeschichte. Nach der Rebellion der „Halbstarken“ standen Menschen auf für Frieden, Ökologie, Bürger- und Frauenrechte und gegen Autoritäten. 40 Jahre später sind die 68er immer noch oder wieder in den Schlagzeilen: „Die Jugendrevolte von 1968 war ein globaler Aufstand, aber es gibt neben Deutschland kein zweites Land, in dem die Folgen der 68er-Revolte bis heute so verbissen debattiert werden.“ (Spiegel 44/2007) Zusammen mit Zeitzeugen der 68er-Generation versuchen wir ein differenziertes Bild jener Jahre in Göttingen zu zeichnen und fragen: Was halten die 68er selber von ihrer heutigen Medienpräsenz? Wie sehen sie ihre „wilden Jahre“? Haben sie die „Republik demokratisiert“?
EC Am Goldgraben02.04.200815:30Die erste große Liebe - Liebesbriefe von der Nachkriegszeit bis heuteCharlotte Lierse, Jg. 1927, Christoph Homann, Jg. 1975, und der Kulturanthropologin Anna-Maria BrinkopAm Goldgraben 14, GöttingenVom „Postillon d’amour“ als Überbringer einer Herzensnachricht bis zum digitalen Liebesbrief reicht die Spanne dieses Erzählcafés. Geschichten über Liebesbriefe aus verschiedenen Jahrzehnten - geschrieben in ganz unterschiedlichen Lebensaltern und Lebenssituationen.
EC Am Goldgraben06.02.200815:30Unsichtbare Handicaps - Wie gehen wir mit Behinderung um?Lydia Schelper, Jg. 1957Am Goldgraben 14, GöttingenWenn Sie den Begriff „Behinderung“ hören, fallen Ihnen bestimmt sofort Rollstuhlfahrer ein, vielleicht noch blinde Menschen. Wer aber bringt schon Asthmatiker oder Diabetiker, gehörlose Menschen oder psychisch gehandicapte Menschen mit diesem Wort in Verbindung? Beispiele Betroffener verdeutlichen, wie Menschen mit unsichtbaren Handicaps die gesellschaftliche Integration erleichtert werden kann – auch im Hinblick auf das eigene Älterwerden.
EC Am Goldgraben07.02.200715:30Die 20er Jahr aus der Sicht der kleinen LeuteWilhelm Schleenvoigt, Jg. 1921, gebürtiger Göttinger und langjähriges VereinsmitgliedAm Goldgraben 14, GöttingenWilhelm Schleenvoigt (Jg. 1921) stammt aus einer Arbeiterfamilie aus dem Göttinger Ebertal. Nach einer Facharbeiterlehre, Krieg und Gefangenschaft arbeitete er über 20 Jahre bei der Firma Ruhstrat und engagierte sich in der SPD und der Gewerkschaft. Er beschreibt das Lebensmilieu der Göttinger „kleinen Leute“ von damals: die „gute Stube“, „Sonntagsstaat“, Badetage, typische Ausflugsziele, Dutt oder Bubikopf, täglich Brot und Kartoffeln, Arbeitslosigkeit und Wohlfahrtsamt, Tippelbrüder und Straßenmusikanten. Und wir fragen: Wie leben die „kleinen Leute“ von heute?
EC Am Goldgraben10.01.200715:30Die Generation der Kriegskinder und ihre Botschaften - Die Jahrgänge 1930 – 1945 erinnern sichChrista Schwalbe, Jg. 1940 und dem Pastoralpsychologen Wolfgang Winter, Jg. 1941Am Goldgraben 14, GöttingenHeute sind sie 60, 70 und 75 Jahre alt. Die Jahrgänge 1930 bis 1945 waren damals Kinder und Jugendliche, die den Nationalsozialismus, den Krieg und die Nachkriegszeit erlebten. Heute erinnern sie sich: an Geschichten, grausame Erlebnisse, Ängste und Verluste – Gefühle, die von den einen 12 Jahr lang empfunden wurden, von anderen nur ein paar Jahre. Und sie erinnern sich nicht nur, sie sehen Zusammenhänge, wie diese Erfahrungen ihr Leben geprägt haben. Statt Verdrängung oder Verleugnung versuchen sie, diese Erfahrung als einen Teil ihrer Biographie zu begreifen. Das Erzählcafé kann dazu anregen, über die eigene Kindheit nachzudenken und dabei neue Zusammenhänge zu entdecken.
EC Am Goldgraben06.12.200615:30„Gäste aller Couleur“ in der Bahnhofsgaststätte Göttingenehem. Pächter und Gastronom Karl Gemmer, Jg. 1926Am Goldgraben 14, 37073 GöttingenBahnhöfe sind Dreh- und Angelpunkte des mobilen Lebens – früher vielleicht noch mehr als heute. Karl Gemmer, 1926 im Sudetenland geboren, war von 1973 bis 1985 Pächter des Göttinger Bahnhofsrestaurants. Sein Weg nach Göttingen interessiert uns genauso wie seine zahlreichen Erlebnisse und Episoden mit Bahnreisenden an der Theke. Auch die Perspektive vor der Theke, von Besuchern der alten Bahnhofsgaststätte, wird ihren Platz haben. • Wie haben sich Bahnhofsgastronomie und Begegnungsformen im modernen Bahnhof des 21. Jahrhundert verändert? • Was schätzen wir an den alten Bahnhöfen, was an den neuen?
EC Am Goldgraben05.07.200615:30Was macht es attraktiv, älter zu werden? Kompetenzen des AlternsMit einer Erzählerin, Jg. 1937, und Dipl. Sozialpädagogin Almut SchillingAm Goldgraben 14, 37073 GöttingenDie Lebensbedingungen in der dritten Alternsphase haben sich in den letzten 50 Jahren gravierend verbessert. Lebenserwartung, medizinische Versorgung, ökonomische Grundlagen, Wissenszuwachs, Möglichkeiten des Reisens und vieles mehr sind gute Bedingungen, das Alter selbstbestimmt und kreativ zu erleben – wenn es die Gesundheit zulässt. Das setzt aber voraus, dass der Einzelne sich seiner im Leben erworbenen Ressourcen bewusst ist und sie einsetzen kann. Leider werden oft nur die belastenden Begleiterscheinungen des Alters in den Blick genommen. Das will das Erzählcafé ausbalancieren: Menschen, der jungen, mittleren und älteren Generation berichten, wie sie das Alt-Werden und Alt-Sein sehen bzw. gestalten und wie sie mit den kleinen und größeren Problemen umgehen – und sie möglicherweise in Lebenskompetenzen umzuwandeln. Dipl. Sozialpädagogin Almut Schilling ergänzt das Bild mit Ergebnissen ihrer Diplomarbeit Kompetenzen von älter werdenden Frauen“. Es gilt, einen neuen Blick zu wagen: weg von der Defizitvorstellung und hin zu neuer Offenheit, Freiheit und Fülle – zur Lust, alt zu werden. • Haben Sie Vorstellungen vom Älterwerden/Altwerden? • Wie gehen Sie mit dem Älterwerden um? • Haben Sie Vorbilder?
EC Am Goldgraben07.06.200615:30Wohnprojekte – eine Zukunftsvariante - Wie tragfähig sind selbstorganisierte Wohnformen?Katharina Kohl (Northeimer Wohnprojekt) und Charlotte Lierse (Alten-WG Am Goldgraben)Am Goldgraben 14, 37073 GöttingenDas Kuratorium Deutsche Altershilfe geht davon aus, dass ca. 250 gemeinschaftliche Wohnprojekte in Deutschland realisiert sind und ca. 8000 über 65-jährige Menschen in einer solchen Wohnform leben (Kremer-Preiß & Stolarz 2003) – das sind 0,01% der über 65-Jährigen. 93% leben in normalen Privathaushalten, gut 5% in Alten- oder Pflegeheimen und 1,6% in speziellen Altenwohnungen wie Betreutem Wohnen oder Gemeinschaftlichem Wohnen. Das Interesse an alternativen Wohnformen im Alter steigt. Wir geben eine Überblick über die verschiedenen Typen gemeinschaftlichen Wohnens. Wir fragen „Pionierinnen“ aus der Göttinger Alten-WG nach ihren Erfahrungen. Katharina Kohl steht mit ihrem Verein „Wohnen mit Zukunft WoZu e.V.“ kurz vor der Realisierung eines Wohnprojektes in Northeim. Woher kommt das Interesse für Wohn-Alternativen? Was sind die Errungenschaften der Wohnprojekte? Wie tragfähig sind selbstorganisierte Wohnprojekte? Kann ich „Gemeinschaftliches Wohnen“ lernen?
EC Am Goldgraben03.05.200615:30Europa erzählend begegnen - Biographieprojekte in Tschechien, Bosnien und ItalienMit Projektpräsentationen bzw. ErzählerInnen aus Tschechien / Prag (Gedächtnis der Frauen): Dr. Alena Wagnerová; Ex-Jugoslawien (Erzählcafé in Bosnien): Bosiljka Schedlich; Italien / Anghiari (Città dell autobiografia): FilmAm Goldgraben 14, 37073 GöttingenIn vielen europäischen Ländern existieren Erzähl- und Biographieprojekte mit z.T. langer Tradition. Die Erfahrungen des Göttinger Erzählcafés werden auch in anderen europäischen Ländern geteilt: Erzählorte schaffen Verbindung und Begegnung. Alena Wagnerová zeigt dies am Beispiel des tschechischen Biographie-Projektes „Gedächtnis der Frauen – ein lernendes Projekt“, das mit Interviews die Geschichte der Frauen im Sozialismus dokumentiert und für die nachfolgenden Generationen zugänglich gemacht wird. Für das Zusammenwachsen Europas sind die Begegnungen und Gespräche mehr als nötig: sie dienen dem Abbau von ideologisch bedingten Vorurteilen. Die Landkarte wird mit weiteren europäischen Erzählprojekten vervollständigt. Der Kerngedanke des Nachmittages „Erzählen verbindet Europäer“ soll mit Ihren Erfahrungen bereichert werden.
EC Am Goldgraben05.04.200615:30Mein liebstes Kinderbuch Lesen in jungen JahrenLeni Gaber und Waltraud Irina KlaerAm Goldgraben 14, 37073 GöttingenErinnern Sie sich an Ihre erste Vorlesegeschichte? Und an das erste eigenständig gelesene Buch? Bilder- und Kinderbücher sind seit Generationen Begleiter des Größer- und Erwachsenwerdens. • Welche Rolle spielten Bücher in meiner Herkunftsfamilie? • Was war das Faszinierende an Bilder- und Kinderbüchern? • Welche Auswirkungen hatten diese Bücher auf mich? Bringen Sie gerne Ihr Lieblings-Kinderbuch mit!
EC Am Goldgraben23.02.200618:30Gewerkschafter erinnern sichAngelika Stroker, Jg. 1953, 25 Jahre in der Gewerkschaft (HBV; VERDI), Klaus Rath, Jg. 1949, 40 Jahre in der Gewerkschaft (IGM, ÖTV, VERDI), Karl Blick, Jg. 1938, seit 50 Jahren in der Gewerkschaft (DAG, VERDI)Altenzentrum GroneWelche Rolle spielt die Gewerkschaft für mich – früher und heute? Was habe ich aus dieser Zeit für mich mitgenommen? Auf Initiative von Christina Wehmheuer (VERDI-Sekretärin Göttingen) ist die Idee entstanden, die Ehrungen der Verdi-Mitglieder etwas anders zu gestalten. Nach der Begrüßung durch den Verdi-Vorsitzenden Klaus Schild wollen wir mit einer Erzählrunde überraschen: Mit biographischen Berichten aus der Zeit als Gewerkschaftsmitglied versuchen wir die Runde der Jubilare ins Gespräch mit einzubeziehen.
EC Am Goldgraben01.02.200615:30Die andere Medizin Persönliche Erfahrungen mit verschiedenen BehandlungsmethodenMit Erzählerinnen der Jahrgänge 1934 und 1940Am Goldgraben 14, 37073 GöttingenZwei Drittel der Deutschen nutzen alternative Heilmethoden, die auch als ergänzende Medizin oder Komplementärmedizin bezeichnet werden. Die Stiftung Warentest veröffentlicht in dem Buch „Die Andere Medizin“ zum fünften Mal Forschungs-ergebnisse zu vielen alternativen Verfahren, deren Bewertung z.T. sehr kontrovers diskutiert werden. Ist ein Glaubenskrieg um den richtigen Weg zur Heilung sinnvoll? In diesem Erzählcafé kommen die persönlichen Erfahrungen mit den verschiedenen Medizinrichtungen aus der Sicht Betroffener zu Wort – um die Vielfalt der Wege und Meinungen abzubilden. Zwei Frauen der Jahrgänge 1934 und 1940 werden über ihren Umgang mit der Schul- und der Alternativmedizin den Anfang in der Erzählrunde machen.
EC Am Goldgraben11.01.200615:30Was hat der Nationalsozialismus mit mir zu tun? Erinnern in der zweiten und dritten Generation nach dem HolocaustMit einer Erzählerin Jg. 1936 und einem jüngeren ErzählerAm Goldgraben 14, 37073 GöttingenDie Nachwirkungen von Nationalsozialismus und Holocaust sind auch im 21. Jahrhundert spürbar – bei zunehmender zeitlicher Distanz. Von den Zeitzeugen, der Erlebnisgeneration, wird in absehbarer Zeit niemand mehr leben. Für die Nachkommen wird die Vergangenheit zur fernen Geschichte: History, not memory. Damit ändern sich die Formen des Erinnnerns und die Bedeutung der Erinnerungen. In diesem Erzählcafé wollen wir VertreterInnen der zweiten und dritten Generation zu Wort kommen lassen: • Wie und warum erinnert die Töchter- und Enkelgeneration? • Wie geht sie persönlich mit der Familiengeschichte um? • Wie werden die Familien-Erinnerungen mit der Geschichtsschreibung verbunden? • Wie soll die Erinnerungskultur der Zukunft aussehen?
EC Am Goldgraben07.12.200515:30Der säkulare Staat als Hüter der GlaubensvielfaltPastor Ludger Gaillard, Christopherus-GemeindeAm Goldgraben 14, 37073 GöttingenSymptome sich verändernder Religionen im Zeitalter der Globalisierung: Der 11. September 2002 und der „Krieg gegen den Terror“; der Vatikan als Medienhype und „Wir sind Papst“; Sektenähnliche Massenevents in den USA und die Kopftuch- Debatte in Deutschland. Das Thema „Religion“ ist brisant. Wir wollen mit einer neuen Veranstaltungsform, dem Philosophischen Café, komplexen Fragen nachgehen - und sie auch auf uns persönlich beziehen. • Was verstehe ich unter Religiosität? • Was ist mir ein säkularer Staat wert? Zusammen mit Pastor Ludger Gaillard (Christopherus-Gemeinde; Interreligiöser Runder Tisch) werden wir diskutieren, warum die Trennung von Staat und Kirche ein Garant für die Glaubensfreiheit ist.
EC Am Goldgraben02.11.200515:30Wer ist Familie? Familie im Wandel der ZeitProf. Heidi Rosenbaum, Institut für Kulturanthropologie / Europäische Ethnologie der Universität GöttingenAm Goldgraben 14, 37073 GöttingenDie „Keimzelle der Gesellschaft“ war immer schon ein Schauplatz politischer Kontroversen und ein Spiegel gesellschaftlicher Veränderungen. Familie wird nach wie vor mehrheitlich mit der „Vater-Mutter-Kind-Familie“ gleichgesetzt – dabei werden viele andere Formen ausgeblendet: Ein-Eltern-Familie, Patchwork-Familie, Großfamilie, Wahlfamilie ... „Die“ Familie gibt es also nicht. Mit den Erfahrungen der Erzählcafé-BesucherInnen und mit Unterstützung von Prof. Heidi Rosenbaum wollen wir folgenden Fragen nachgehen: Welche Familienformen haben Sie kennen gelernt und leben Sie heute? Ist Familie dort, wo Kinder sind? Wie haben sich die Familienformen nach 1945 verändert? Was kann Familie leisten, was nicht?
EC Am Goldgraben06.04.200515:30Politik mit dem Einkaufskorb - Wie der Südafrika-Boykott eine Biographie beeinflusst hatGisela Helbig, Jg. 1937Am Goldgraben 14, 37073 GöttingenGisela Helbig, Jg. 1937, Pfarrfrau, wurde durch ihre Mitarbeit in der „Evangelischen Frauenarbeit in Deutschland“ sensibilisiert für das Unrechtssystem der Apartheid in Südafrika. In den 1980er Jahren engagierte sie sich im Konsumboykott südafrikanischer Waren (z.B. Orangen, Banken, Krüger-Rand). Zahlreiche persönliche Kontakte zu AfrikanerInnen veränderten ihr Afrika-Bild. Die Befreiung von Nelson Mandela erlebte sie in Tansania. Auch heute ist sie in einer Gruppe zum Thema „Frauen und Weltwirtschaft“ politisch aktiv. Neben diesem Beispiel einer – relativ späten – politischen Emanzipation wollen wir uns gerne auch über andere Wege der politischen Sozialisation austauschen.
EC Am Goldgraben02.03.200515:30„ ... wie einst Lili Marleen“ Musik als subversive KraftDorothee Gönner (Gesang) und Ute Schröter (Klavier)Am Goldgraben 14, 37073 GöttingenEin Schlager macht Geschichte – als sentimentales Liebeslied, Wehrmachtsschlager und als internationaler Hit. Auf beiden Seiten der Front wird Lili Marleen zum populärsten Lied des Zweiten Weltkrieges. Lale Andersen, Marlene Dietrich und Hanna Schygulla sind mit dem Lied eng verbunden. Als Mythos weckt der Name Lili Marleen nostalgische Gefühle. Er wird heute zur Vermarktung von Schiffen, Restaurants und Hotels benutzt. In diesem Erzählcafé sprechen wir zusammen mit ZeitzeugInnen über unsere Erinnerungen an das 1939 als Schallplatte erschienene Lied, das ab 1941 vom deutschen Soldatensender Belgrad allabendlich ausgestrahlt wurde. Wir zeichnen die Geschichte des Liedes nach und fragen an seinem Beispiel nach der subversiven Kraft, aber auch nach der politischen Instrumentalisierung von Musik.
EC Am Goldgraben05.01.200515:30„Mein Großvater war Nazi“ Wie wird die NS-Familiengeschichte zwischen den Generationen tradiert?Erzählerin der Enkelgeneration (Jg. 1961)Am Goldgraben 14, 37073 GöttingenIn diesem Erzählcafé geht es um Täterschaft und Mitläufertum von Eltern und Großeltern im Nationalsozialismus. Eine Erzählerin der Enkelgeneration (Jg. 1961) berichtet über ihre Familiengeschichte. • Wie und was haben Eltern und Großeltern über Nationalsozialismus und Holocaust erzählt? • Wie haben sich die Nachkommen mit dem Nationalsozialismus in ihren Familiengeschichten auseinandergesetzt? • Wie blickt heutige junge Generationen vor dem Hintergrund unterschiedlicher Verarbeitungsstrategien in Ost- und Westdeutschland auf ihre Eltern und Großeltern? Die biographisch-reflektierten Erzählungen der vorbereiteten ErzählerInnen und des Publikums werden im Zentrum der Veranstaltung stehen. Ergebnisse der Mehrgenerationenforschung zur Tradierung von NS-Familiengeschichten werden einbezogen.
EC Am Goldgraben01.12.200415:30Willkommen im Leben – Gespräch zwischen den Generationen zum Thema Geburt und ElternschaftHebamme Barbara Müller-Römheld-Fütterer und Christiane Jendral, Mutter von drei KindernAm Goldgraben 14, 37073 GöttingenWährend der Geburt eines Kindes findet eine Verwandlung statt, die nicht nur das Neugeborene selbst erlebt, sondern auch dessen Mutter und Vater und – sofern vorhanden – seine Geschwister. Lebenslange Beziehungen finden hier ihren Anfang. Soziale Rollen werden geschaffen beziehungsweise neu verteilt. Lebensvorstellungen verändern sich. Hinzu kommt dieser neue Mensch, der erst einmal kennen gelernt werden will. Wie haben Sie die Geburt Ihrer Kinder erlebt beziehungsweise was wissen Sie über Ihre eigene Geburt ? Wie haben Sie sich als junge Mutter gefühlt, wie Sie sich als Vater ? Wie wirkt sich die gesellschaftliche Situation auf das Geschehen der Geburt sowie die Wahrnehmung von Geburt und Elternschaft aus? Über diese und andere Fragen wollen wir im Erzählcafe mit der seit fast 20 Jahren praktizierenden Hebamme Barbara Müller-Römheld-Fütterer und mit Christiane Jendral, Mutter von drei Kindern, reden. Am Schluss der Veranstaltung wird die Frage stehen, welchen Einfluss eine von den Eltern selbstbestimmte Geburt für das Leben in unserer Gesellschaft haben kann. Kinder können gerne mitgebracht werden! Eine Kinderbetreuung ist vorhanden.
EC Am Goldgraben29.11.200419:00„Wie surfen von Welle zu Welle“ Zehn Jahre leben mit AidsMichael Jasper, Jg. 1955, Silke Eggers, Aids-Hilfe Göttingen e.V.Am Goldgraben 14, 37073 GöttingenDie letzten 10 Jahre waren eine bewegte Zeit, besonders für Menschen mit HIV und AIDS, aber auch für ihre Ärzte, ihr Umfeld und für die AIDS-Hilfe. 1994 – vor zehn Jahren: Diagnose „Aids“ für Michael Jasper, den damaligen Vorsitzenden der Freien Altenarbeit Göttingen. 1994 – zeitgleich der Beginn einer ganz „neuen Geschichte“ für das Haus Am Goldgraben 14: neues Domizil des Vereins, Start der Alten-WG und vieler weiterer Projekte – Herausforderungen pur, die Engagement und Standfestigkeit verlangen... Aus diesen zehn Jahren wird Michael Jasper aus seiner Perspektive erzählen – musste er seine Krankheit 1994 noch als schnelle Sterbeprognose begreifen, kamen kurze Zeit später, plötzlich und unerwartet für ihn, Medikamente auf seinen „täglichen Speiseplan“, die seine Lebensperspektive wieder deutlich öffneten: „Wie im Krimi“, so Michael Jasper. Aber was heißt das genauer: Leben und Arbeiten mit Aids – über ein ganzes Jahrzehnt hinweg?? Die, die Michael Jasper kennen, kennen auch seinen Optimismus und seine Zuversicht – aber gab es auch Rückschläge, schwierige Zeiten, Krisen? Leben mit AIDS, damals und heute: Sich laufend verändernde Situationen, Möglichkeiten, Hoffnungen, Perspektiven - aber auch Enttäuschungen, Verunsicherungen und Rückschläge. Neben der individuellen Perspektive von Michael Jasper berichtet Silke Eggers, seit 15 Jahren Mitarbeiterin der AIDS-Hilfe, über die Entwicklungen der letzten 10 Jahre.
EC Am Goldgraben03.11.200415:3015 Jahre Mauerfall Erfahrungen aus der Sicht von „hüben und drüben“Eckart Lintzel, Jg. 1952, 1. Beigeordneter der Stadt Leinefelde-Worbis, Lena Pukall, Jg. 1979, KrankenschwesterAm Goldgraben 14, 37073 GöttingenIm Erzählcafé am Goldgraben in Göttingen ist das Zusammenwachsen von Ost- und Westdeutschland schon einige Jahre ein Themenschwerpunkt. Eine „gemischte“ Biographiegruppe hat sich über Jahre mit den unterschiedlichen Alltagserfahrungen auseinandergesetzt. Wir möchten in diesem Erzählcafé auf die 15 Jahre seit der Maueröffnung zurückblicken und die Veränderungen aus doppelter Perspektive anschauen: Ost- und Westgeborene, Alt und Jung. - Wie erleben verschiedene Generationen die Zeit nach 1989? - Was hat sich seitdem auf dem Arbeitsmarkt getan? - Wie haben sich Familienstrukturen und Nachbarschaften verändert? - Was ist aus den „Vereinigungshoffnungen“ geworden?
EC Am Goldgraben06.10.200415:30„Leichte Beute?“ Alte Menschen als Opfer von Betrug und DiebstahlMarieluise Erckenbrecht (Jg. 1921), Manfred Bayer, Weißer Ring Göttingen, Heinz-Peter Braun, Präventionsbeauftragter der Polizei GöttingenAm Goldgraben 14, 37073 GöttingenDie Erfahrung, von findigen Geschäftemachern übern Tisch gezogen zu werden, kennen vermutlich viele von uns. Mit höherem Lebensalter scheint unsere „Attraktivität“ für Nepper & Konsorten aber noch zu wachsen: sogenannte „Kaffeefahrten“, „Sonderangebote“, fingierte „Gewinne aus Preisausschreiben“ etc. etc. – ein Riesenmarkt, der sich in unserer ach so freien Wirtschaft entfaltet. Alte Menschen als „leichte Beute“?? Leichte Beute auch bei Raub, Einbruch & Überfall, bei denen auf die Schwäche älterer Menschen spekuliert wird? Dieses Erzählcafé soll dazu dienen, unsere persönlichen Erlebnisse und Erfahrungen als Opfer von Betrug und Diebstahl auszutauschen – und so die Sensibilität und Achtsamkeit gerade älterer Menschen zu erhöhen. Marieluise Erckenbrecht, Jg. 1921, wird von ihren persönlichen Erfahrungen erzählen, Heinz-Peter Braun, Präventionsbeauftragter der Polizei Göttingen bringt sicher einige handfeste Tipps mit und Manfred Bayer vom Weißen Ring berichtet über Hilfsmöglichkeiten im Falle eines Falles.
EC Am Goldgraben07.07.200415:30Widerstand gegen die NS-Diktatur- Zur Aufarbeitung der Widerstandsgeschichte im geteilten DeutschlandPeter Dürrbeck, Jg. 1931, VVN/Bund der Antifaschisten, Dr. Dietmar Sedlaczek, KZ-Gedenkstätte MoringenAm Goldgraben 14, 37073 GöttingenDer deutsche Widerstand gegen Hitler hatte vielfältige Formen, Gruppen und Motive. Die alltäglichen Protesthaltungen gehören ebenso dazu wie der fehlgeschlagene Staatsstreich des 20. Juli 1944, der sich nun zum 60. Mal jährt. Andere Widerstandsgruppen waren z.B. der kommunistische und sozialdemokratische Widerstand, der Widerstand der Jugend, die Bekennende Kirche oder der Kreisauer Kreis. Im Erzählcafé gehen wir nicht nur der Frage nach, wie der Widerstand zwischen 1933 und 1945 aussah, sondern auch einer speziellen deutsch-deutschen Frage: Wie und welche Widerstandsformen wurden in der DDR und der BRD vermittelt? Erinnerungen an Schule, Elternhaus und Medien aus der Sicht verschiedener Jahrgänge.
EC Am Goldgraben07.04.200415:30GrenzerfahrungenDr. Cordula Tollmien, Jg. 1951, HistorikerinAm Goldgraben 14, 37073 GöttingenDr. Cordula Tollmien liest aus Göttinger Briefen der Nachkriegszeit Zum Gedenken an ihre Mutter Sigrid Tollmien, geb. Kosch (7.4.1924 – 10.1.1993) „Grenzen gab es viele in der Nachkriegszeit: neue und alte, innere und äußere, geographische und zeitliche, materielle und geistige. Am 8. Dezember 1945 kam meine Mutter aus Dresden über die Zonengrenze nach Göttingen, am 9.12. schilderte sie in einem Brief an ihre Mutter in Dresden ihren abenteuerlichen Grenzgang. Diesem ersten Brief folgten bis 1968, dem Todesjahr meiner Großmutter, über 1000 weitere; insgesamt gingen fast 2500 Briefe zwischen Göttingen und Dresden hin und her. Zum Gedenken an meine Mutter, die am 7. April 2004 80 Jahre alt geworden wäre, möchte ich aus diesen (ersten) Briefen lesen und mich mit Ihnen gemeinsam über Ihre persönlichen (Nachkriegs-)Grenzerfahrungen austauschen.“
EC Am Goldgraben03.03.200415:30Von der Kellerbäckerei zum Discount-Verkauf - Bäckereien in Göttingen gestern und heuteMit Wilhelm Bruinjes, Leiter des Europäischen Brotmuseums und den Göttinger Bäckern Friedrich Rust (Jg. 1920) Karl Rasche (Jg. 1926) und Gerhard Meinholz (Jg. 1938)Am Goldgraben 14, 37073 GöttingenEnde der 40er Jahre gab es in Göttingen ca. 150 Bäckereien. Seitdem hat sich das Bäckerhandwerk sehr verändert. Frühstücksbrot kann heute im Backautomaten direkt zu Hause hergestellt werden. Die frischen Brötchen sind u.U. in anderen Ländern vorgebacken. Backmischungen, Gefriertechnik und industrielle Produktionsverfahren haben die Arbeitsbedingungen verändert und vereinfacht. Als KundInnen im Land mit den meisten Brotsorten haben wir diesen Strukturwandel mehr oder weniger wahrgenommen. Zusammen mit Zeitzeugen aus dem Göttinger Bäckerhandwerk und mit Ihnen als Brotkonsumenten möchten wir die letzten Jahrzehnte lebendig werden lassen – gebackene Spezialitäten aus dem Ebergötzer Brotmuseum inclusive („Bäckerzunge“) • Bäcker(ei)-Besonderheiten in Göttingen • Wer kennt noch Namen und Orte alter Bäckereien (z.B. Hinterhofbäckereien)? • Veränderungen vor und hinter dem Tresen ? • Wie Maschinen, Gefriertechnik und Backmischungen das Handwerk verändern..
EC Am Goldgraben04.02.200415:30\"Politisches Urgestein\" Klaus Peter Bruns, Ex-Minister und Landrat a.D.Klaus Peter Bruns, Ex-Minister und Landrat a.D.Am Goldgraben 14, 37073 GöttingenDer 1913 in Krefeld geborene SPD-Politiker kam nach dem Zweiten Weltkrieg als Landwirt in die Region, heiratete eine Bauerntochter aus Hinterpommern und pachtete eine Domäne in Reinhausen, die er bis zu seinem 80. Lebensjahr unter der Regie seiner Frau mitbewirtschaftete. Die Stationen seines Politikerlebens sind zahlreich: Landtagsabgeordneter und Landwirtschaftsminister in Niedersachsen, Göttinger Landrat, Ortsbürgermeister von Reinhausen. Als „politisches Urgestein“ wird er von Bundespräsident Johannes Rau bezeichnet. Nicht nur für seinen „Ziehsohn“ Thomas Oppermann ist Klaus Peter Bruns ein „authentischer Politiker“.
EC Am Goldgraben07.01.200415:30Begegnung mit der Vergangenheit: Verschiedene Blicke auf die Göttinger NS-ZeitEva Tichauer Moritz (Jüdisches Lehrhaus) und Video-Ausschnitte aus Interviews mit Göttinger Juden, die den Holocaust überlebt habenAm Goldgraben 14, 37073 GöttingenWer kann sich noch erinnern, das am heutigen Standort von C&A früher das Kaufhaus Gräfenberg residierte (Weender Str. 19) oder wo das Schuhhaus Silbergleit in der Groner Straße war? 1933 existierten 97 jüdische Betriebe in Göttingen, 1939 nur noch zwei. Wir zeigen Videoausschnitte aus Interviews mit noch lebenden ehemaligen Göttinger Jüdinnen und Juden. Und wir sprechen mit heute in Göttingen lebenden Zeitzeugen über ihre Wahrnehmung der damaligen Zeit.
EC Am Goldgraben03.12.200315:30Wie habe ich lernen gelernt? Lebenslanges Lernen als HerausforderungSusanne Bosse, Jg. 1931 und Maria Lemmermöhle, Koordinatorin des Netzwerkes Lernende Region-Bildung 21/Bildungsgenossenschaft Südniedersachsen e.G.Am Goldgraben 14, 37073 GöttingenIm Dezember sind sie herzlich zu einem Erzählcafe eingeladen, in dem Lernen im Mittelpunkt steht. Im ersten Teil der Veranstaltung wollen wir uns dem Phänomen Lernen aufgrund von eigenen Erlebnissen annähern. Gefragt sind persönliche Lernerfahrungen, Situationen, Personen oder Orte, die erinnert werden und die das persönliche Lernen geprägt haben. Welche persönlichen Lernstrategien oder Gewohnheiten haben sich herausgebildet? Inwieweit haben Schule, Lehrer oder das Elternhaus den eigenen Lernprozess geprägt? Susanne Bosse (Jg. 1931) ist ihrem Bedürfnis nach Lernen stets nachgegangen. Sie wird einen Einblick in ihre Lernbiographie geben. Es geht jedoch nicht ausschließlich um persönliche Lerngeschichten. Im zweiten Teil des Erzählcafés wird das Thema „Lebenslanges Lernen“ als ein gesellschaftliches Phänomen vorgestellt. Maria Lemmermöhle von der Bildungsgenossenschaft Südniedersachsen e.G. wird über das Netzwerk Lernende Region - Bildung 21 informieren, welches Kooperationspartner dieser Veranstaltung ist. Ziel dieses Erzählcafés wird sein, zu klären, welchen Stellenwert Lernen in der Gegenwart hat, wo Potentiale für die persönliche und gesellschaftliche Zukunft liegen und welche Handlungsspielräume Lernen eröffnet.
EC Am Goldgraben01.10.200315:30Krise als Chance Erfahrungen mit schwierigen LebenssituationenAnna Lou Orth (Jg. 1939)Am Goldgraben 14, 37073 GöttingenWer kennt sie nicht: Schwierige Zeiten angesichts von Prüfungen, Beziehungsstress, Problemen am Arbeitsplatz, Weggang der Kinder, Krisen im Alter etc. ... Wie gehen andere Menschen mit großen und kleinen Krisen um? Wie bewältigen Menschen verschiedener Generationen die Schattenseiten ihres Lebens? Wir wollen über Lebenswege sprechen, in denen z.B. durch Schreiben, Malen oder biographischen Rückblick das Gehäuse des Schweigens geknackt und neue Kraft getankt werden konnte.
EC Am Goldgraben02.07.200315:30Sport im Alter: Mit 80 in die „Muckibude“?Senioren-Schwimmweltmeisterin Helene Eisfeld-KöhlerAm Goldgraben 14, 37073 GöttingenFreibad am Brauweg morgens um 7 Uhr: eine eingeschworene oder, besser gesagt, eingeschwommene Crew munterer Damen und auch einige Herren, viele davon deutlich über 70. Fitness-Center am Vormittag: zwischen vielen Studierenden strampeln auch einige Ältere. Sport im Alter ist kein Top-Thema, aber im Zuge der Gesundheitsförderung mit Sicherheit im Kommen. Wir wollen uns über die Motive, Möglichkeiten und Chancen von sportlicher Betätigung im Alter unterhalten. „Was Hänschen nicht lernte...?“ Wie sehen unsere „Bewegungsbiographien“ aus? Vom Vereinssport zum individuellen Bewegungstraining? Habe ich ein Recht auf „Unsportlichkeit“? Die Senioren-Schwimmweltmeisterin Helene Eisfeld – Köhler (Jg. 1916) zieht täglich ihre Bahnen und wird uns aus der Sicht einer Leistungssportlerin berichten.
EC Am Goldgraben04.06.200315:30„Ich möchte meinen Kindern nicht zur Last fallen!“ Pflegende Angehörige berichten über ihre ErfahrungenThekla Kühne, AOK-PflegekasseAm Goldgraben 14, 37073 GöttingenDie Pflegebereitschaft innerhalb der Familien ist ungebrochen hoch. „Auf keinen Fall ins Heim!“ ist eine verbreitete Haltung der Angehörigen, während die betroffenen Pflegebedürftigen niemandem zur Last fallen wollen. Mit zunehmender medizinischer Versorgung steigt das Lebensalter und mehr Menschen sind potentiell von Pflege betroffen. Das Thema treibt viele Menschen um und wird in Zukunft eine zentrale gesellschaftliche Frage sein. Deshalb fragen wir nach: Pflege in der Familie: wie hat sich die Situation verändert? Zwischen Pflegebeziehung und Beziehungspflege: Wie kann ich mit dieser Verstrickung umgehen? Wo erhalten pflegende Privatpersonen Entlastung? Pflegende Angehörige berichten über ihre Erfahrungen und Lernschritte. Darüber hinaus wird Thekla Kühne über geschichtliche Entwicklungen, die aktuelle Situation und Hilfsmöglichkeiten informieren.
EC Am Goldgraben14.05.200315:30„Sie schufteten um ihr Leben...“ Ehemalige Göttinger Zwangsarbeiterinnen zu Gast in GöttingenDr. Cordula Tollmien, Jg. 1951, HistorikerinAm Goldgraben 14, 37073 Göttingen
EC Am Goldgraben29.04.200315:30An den Tod denken – am besten zu LebzeitenCharlotte Lierse, Göttinger Alten-WG; Silke Eggers, Göttinger Aidshilfe e.V., Dr. phil. Alfred Simon, Akademie für Ethik in der Medizin e.V.Am Goldgraben 14, 37073 GöttingenWir leben in einer Gesellschaft, wo viele möglichst lange leben wollen, ohne alt zu werden. Da bleibt oft wenig Zeit um das irdische Leben gut und versöhnt abzuschließen. Deshalb haben wir dem Erzählcafé Spezial den Titel gegeben: An den Tod denken – am besten zu Lebzeiten! Eine Aufforderung, der wir nachkommen wollen, weil in der Auseinandersetzung mit dieser existenziellen Frage sicherlich viel Bereicherung zu finden ist.
EC Am Goldgraben02.04.200315:30Wir sollten alle Heiden sein! - Religion bzw. Weltanschauung in Ost- und WestdeutschlandProf. Dr. Horst von Gizycki und Pastor Ulrich ImmelmannAm Goldgraben 14, 37073 GöttingenReligion bzw. Weltanschauung entsteht und existiert nicht im luftleeren Raum. In diesem Erzählcafé wollen wir über die Verwobenheit eigener Einstellungen mit gesellschaftlicher, generationsspezifischer und familiärer Herkunft nachdenken. Mit Hilfe von zwei Erzählern aus Ost- und Westdeutschland wird ein Stück Kulturgeschichte sichtbar: Pfarrer i.R. Ulrich Immelmann (Jg. 1930) war Superintendent in Weißenfels in der ehem. DDR und berichtet über die Beeinflussung von religiösem Bewusstsein durch Staat und Politik. Dr. phil. Horst von Gizycki (Jg. 1930), Professor für Psychologie und Kunst in Kassel, langjähriger Autor und zuletzt Mitherausgeber der Frankfurter Hefte, wird über Einflüsse verschiedener Religionen und ein eher ungewöhnliches Gottesbild erzählen. Zusammen wollen wir z.B. diesen Fragen nachgehen: • Wodurch wurde mein Glaube geprägt? • Welche Schlüsse können aus den Religionserfahrungen in DDR und BRD gezogen werden? • Welche Bedeutung hat Religion heute?
EC Am Goldgraben05.03.200315:30Wir sollten alle Helden sein!Göttinger Zeitzeugen Wilhelm Schleenvoigt und Elfriede NenadovicAm Goldgraben 14, 37073 GöttingenKrieg und Gefangenschaft
EC Am Goldgraben05.02.200315:30Blatt für Blatt- Tabakanbau im EichsfeldEichsfelderin Elisabeth Kühne und Kreisheimatpflegerin des Landkreises Göttingen, Dr. Dagmar KleinekeAm Goldgraben 14, 37073 GöttingenSeit dem 17. Jh. floriert im Eichsfeld der Tabakanbau. Durch eine Viruskrankheit wurde der gesamte Pflanzenbestand in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts vernichtet. Zur Zeit bauen wieder zwei Landwirte Tabak an. Die Eichsfelderin Elisabeth Kühne (77J.) war in jungen Jahren zusammen mit ihrer Schwester aktiv im Tabakanbau. Seit 16 Jahren ist sie bei jeder Ernte wieder dabei. Sie wird mit uns „in den Tabak gehen“ und uns anhand von Anschauungsmaterial die bäuerliche Kunst des Tabakerntens zeigen. Regionalgeschichtliche und wirtschaftliche Hintergründe werden wir von der Kreisheimatpflegerin des Landkreises Göttingen, Dr. Dagmar Kleineke, erfahren. Der Dialog zwischen den verschiedenen Generationen lässt ungewohnte Perspektiven und Fragen wach werden. So ist die Frage nach der jugendlichen ersten Zigarette von einer 90jährigen Zeitzeugin ganz anders zu beantworten als von einer 20jährigen. Letztlich ist der gesellschaftliche Umgang mit den diversen \\\"Rauchwaren\\\" gefragt. Das reicht vom „Tabak als Heilmittel“ oder Tabak als Zahlungsmittel über \\\"Rauchen als Symbol der Frauenemanzipation\\\" bis hin zu gesundheitsfördernden \\\"Anti-Rauchprogrammen\\\" und den politischen Kämpfen um Raucher- bzw. Nicht-Raucherzonen.
EC Am Goldgraben04.12.200215:30Die Insel der Schwäne und Der Engel mit dem goldenen SchnurrbartGrit Wolfgramm aus Potsdam und Annette Hoffmann aus GöttingenAm Goldgraben 14, 37073 GöttingenEin biographischer Rückblick auf die Kinderliteratur in der DDR
EC Am Goldgraben04.09.200215:30Komm, Junge, wir gehen in die Pilze! Eine Passion – vom Großvater gelerntMichael Jasper, Vereinsvorsitzender der Freien Altenarbeit Göttingen e.V.Am Goldgraben 14, 37073 GöttingenBei Pilzen scheiden sich die Geister: die einen schwören auf eigenhändig gesuchte Pilze wie Pfifferlinge, Steinpilze, Blutreizker und verschweigen natürlich die geheimen Fundorte; und die anderen halten sich lieber an die Champignons aus der Kühltheke. Michael Jasper (Jg. 1955) hat sich bis heute die Leidenschaft fürs Pilzsammeln und die entsprechende kulinarische Zubereitung bewahrt. Schon als kleiner Junge hat er die Begeisterung dieses besonderen Hobbies vom Großvater übernommen. In aller Frühe in Wald und Wiese aufzubrechen, Tau, Sonne und Spinnennetze zu beobachten und dann auch noch mit gefüllten Körben zurückzukommen – das sind unvergessliche Eindrücke. Angeregt durch die lebendigen Schilderungen und Anekdoten unseres Erzählers Michael Jasper möchten wir auch Ihre Erlebnisse rund um Pilze einbeziehen. Wie habe ich das Sammeln von Pilzen gelernt? Welche Tradition hat das in meiner Familie? Welche Bedeutung hatten Pilze in „schlechten oder in guten Zeiten“? Pilze suchen nach Tschernobyl? Angereichert mit verschiedenen frisch gepflückten Pilzsorten aus der Region verspricht dieses Erzählcafé nicht nur für Pilzkenner, sondern auch für Neulinge ein interessanter Nachmittag zu werden - mit vielen Geschichten und Informationen und vielleicht auch einem kulinarischen Eindruck.
EC Am Goldgraben06.02.200215:30Wie die Medien Wirklichkeit produzierenStephanie Lücke, Erfurt und Susanne Kassel, GöttingenAm Goldgraben 14, 37073 GöttingenMit Unterstützung von zwei Medienwissenschaftlerinnen der Universitäten Göttingen und Erfurt werden wir der Frage nachgehen, wie sich die Berichterstattung über Kriege und Katastrophen verändert hat. Wie reagieren wir auf Meldungen, die unser Leben verändern könnten? Wie verbreiteten sich Nachrichten vor dem Zeitalter der Massenmedien - wie erfuhr man z.B. von Pearl Harbour? Welche alternativen Informationsquellen haben wir? Wie kann ein bewußter Umgang mit Medien aussehen?